Werbung
100 Jahre Marilyn Monroe: Die besten Filme einer grossen Schauspielerin

100 Jahre Marilyn Monroe: Die besten Filme einer grossen Schauspielerin

Blond, schön, sexy: Marilyn Monroe wurde stets auf ihr Image als Sexsymbol reduziert. Dabei war sie weit mehr als das. Zum 100. Geburtstag zeigen wir die Filme, in denen das Talent einer grossen Künstlerin sichtbar wurde.

Hundert Jahre nach ihrer Geburt wird Marilyn Monroe noch immer oft auf dieselben Bilder reduziert: das weisse Kleid, das perfekte Lächeln, die blonde Projektionsfläche Hollywoods. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, wie charakterstark, modern und emotional offen sie als Schauspielerin arbeitete. In Filmen wie «Bus Stop», «The Misfits» oder «Some Like It Hot» zeigt sich eine Künstlerin, die hinter Charme und Glamour Figuren voller Einsamkeit, Sehnsucht und innerer Widersprüche schuf. Diese Filme feiern das aussergewöhnliche Talent einer Frau, die immer wieder mit ihrem eigenen Mythos kämpfen musste.

«Bus Stop» (1956)

In «Bus Stop» passiert etwas Seltenes: Marilyn Monroe spielt nicht einfach eine Variation ihres öffentlichen Images, sondern eine Figur mit echter innerer Reibung. Ihre Chérie ist erschöpft, verletzlich, manchmal trotzig und dann wieder voller Sehnsucht nach Nähe — Monroe hält all diese Gegensätze glaubwürdig zusammen. Besonders stark sind die kleinen Momente zwischen den Dialogen: nervöse Blicke, unsichere Pausen, halb verschluckte Sätze, die mehr erzählen als das eigentliche Gespräch. Man spürt deutlich ihren Wunsch, als ernsthafte Schauspielerin wahrgenommen zu werden, und den Einfluss des Actors Studio unter Lee Strassberg auf ihr Spiel. Gerade weil der Film ihr erlaubt, unbeholfen, traurig und manchmal unangenehm zu sein, gehört «Bus Stop» zu ihren berührendsten Leistungen.

«The Misfits» (1961)

Der Western «The Misfits» (1961, Regie: John Huston) – Monroes letzter vollendeter Film – erzählt von einer frisch geschiedenen Frau, die in Nevada auf eine Gruppe entwurzelter Cowboys trifft. Es ist vielleicht die melancholischste Leistung ihrer Karriere: Monroe spielt Roslyn als Frau, die ihre Sensibilität in einer zynischen Welt nicht verloren hat. Ihre Stärke liegt in der völligen Offenheit ihrer Emotionen – man hat das Gefühl, ihren Gedanken direkt beim Entstehen zuzusehen, was dem Film eine intime, beinahe dokumentarische Stimmung gibt. Rückblickend wirkt die Performance noch bewegender, weil diese Zerbrechlichkeit weit über klassische Hollywood-Dramatik hinausgeht und sich unweigerlich mit Monroes eigener Geschichte verbindet.

«Some Like It Hot» (1959)

Beim absoluten Klassiker «Some Like It Hot» wird oft unterschätzt, wie intelligent Monroe komödiantisch arbeitete. Die Figur der Sugar Kane lebt von feinen Wechseln zwischen Leichtigkeit, Selbstironie und echter Traurigkeit. Sie spielt sie nie als Karikatur, sondern als jemanden, der sich hinter Charme und Naivität versteckt. Gerade deshalb funktionieren auch die romantischen Szenen so gut: Unter der Oberfläche liegt immer eine gewisse Einsamkeit. Monroe versteht es perfekt, Tempo und Rhythmus einer Szene mitzugestalten, ohne jemals angestrengt zu wirken. Dass sie neben zwei so dominanten Komikern wie Jack Lemmon und Tony Curtis trotzdem das emotionale Zentrum des Films bleibt, sagt eigentlich alles über ihre Präsenz als Komödiantin aus.

«Niagara» (1953)

In «Niagara» zeigt Monroe eine ganz andere Seite als in ihren späteren Komödien. Sie arbeitet hier weniger mit Wärme als mit Distanz und unterschwelliger Gefahr. Faszinierend und überraschend modern ist, wie zurückgenommen ihre Darstellung eigentlich ist: Statt grosse Emotionen auszuspielen, erzeugt sie Spannung durch Ruhe und kontrollierte Körpersprache. Der Film zeigt ausserdem, wie instinktiv Monroe verstand, was die Kamera von einem Gesicht lesen kann, oft reicht bei ihr ein kurzer Ausdruck, um eine Szene kippen zu lassen. Gerade deshalb gehört «Niagara» zu ihren interessantesten frühen Arbeiten, sie war damals 26 Jahre alt.

«Don’t Bother to Knock» (1952)

«Don’t Bother to Knock» gehört zu den mutigsten Filmen ihrer Karriere. Monroe spielt eine psychisch labile Babysitterin. Beeindruckend ist vor allem, dass sie die Figur nie überdramatisiert: Die Bedrohlichkeit entsteht aus kleinen Veränderungen im Verhalten, aus irritierenden Stimmungswechseln. Dadurch wirkt ihre Darstellung viel realistischer und unangenehmer als viele Hollywood-Psychodramen dieser Zeit. Gleichzeitig liegt unter allem eine tiefe Traurigkeit, die die Figur nie zum Klischee der «verrückten Frau» werden lässt. Der Film zeigt vielleicht deutlicher als jeder andere, welches Potenzial Monroe als ernsthafte Charakterdarstellerin hatte.

Abonniere
Benachrichtigung über
guest
0 Comments
Älteste
Neuste Meistgewählt
Inline Feedbacks
View all comments