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Diese Bücher verschenken wir im Dezember

Literatur & Musik

Diese Bücher verschenken wir im Dezember

  • Redaktion: Frank Heer, Claudia Senn; Text: Verena Lugert; Foto: Unsplash / Daria Shevtsova

Promis, Politik, Psycho: Mit diesen Romanen und Bildbänden erfreuen Sie an Weihnachten Ihre Lieben. 

Auserlesen sind sie, die Büchertipps unserer Kulturredaktion im Dezember: Ob ein Psychothriller für die Freundin, die Spannung mag, oder ein Fotobuch, das Frauen auf Bäumen zeigt, für die Oma, die auch mal wild war – die Selektion unserer Buchexpertin macht alle glücklich. So müssen Sie sich in der Buchhandlung im Weihnachtstrubel nicht die Beine in den Bauch stehen und können in dieser Zeit gemütlich selber ein Buch lesen. Viel Spass!

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1.

Seit Jahrzehnten inszeniert Annie Leibovitz die Stars unserer Gegenwart so eigenwillig und aufsehenerregend vor der Kamera, dass sie längst selbst zum Superstar geworden ist. Der Aufwand, den die New Yorker Fotografin dafür betreibt, ist enorm, ihr Hang zur Akribie legendär. Eine gute Gelegenheit, sich von der fotografischen Meisterschaft fesseln zu lassen, bietet jetzt ein Prachtband mit den gesammelten Porträts, die nach dem Tod ihrer Lebensgefährtin, der Philosophin Susan Sontag, entstanden. Unter anderem mit dabei: Rihanna, Kim Kardashian (Foto) – und ein melancholischer Barack Obama an einem seiner letzten Arbeitstage im Oval Office.

Annie Leibovitz: Portraits 2005-2016, Schirmer/Mosel, München 2017, 316 Seiten, ca. 120 Franken

2.

Ghana vor 250 Jahren, Effia und Esi sind Halbschwestern. Eine bleibt in Afrika, zieht ihre Nachkommenschaft, aus der Enkel, Urenkel, Ururenkel entspringen, dort auf. Die andere wird als Sklavin verschleppt nach Nordamerika. Über ein Vierteljahrtausend entspinnt sich der Roman um die Familiengeschichten der beiden, um die Traumata, die über Generationen vererbt werden, um die nicht verheilenden Wunden der Sklaverei. Das Buch der US-Ghanaerin Yaa Gyasi wurde bereits bei Erscheinen als Klassiker gehandelt – ein grosses Stück Literatur, in dem ein Funken der Versöhnung liegen könnte.

Yaa Gyasi: Heimkehren. Du-Mont-Buchverlag, Köln 2017, 416 Seiten, ca. 32 Franken

3.

Vor gut einem Jahr sortierte Jochen Raiss eine Handvoll anonymer Porträts von Frauen auf Bäumen zu einem hinreissend skurrilen Bändchen über das Glück des kleinen Ausbruchs, die Schönheit des Überschwangs und den liebenden Kamerablick unbekannter Amateure. Die gesammelten Flohmarktfunde wurden ein Bestseller. Nun gibt es endlich Nachschub: mehr Frauen auf Bäumen. Visuelle Poesie mit Suchtpotenzial!

Jochen Raiss: Frauen auf Bäumen und Mehr Frauen auf Bäumen, Hatje Cantz, Ostfildern 2016 & 2017, je 112 S., je ca. 22 Franken

4.

«Das war meine Vorstellung vom Dasein – das langwierige Absitzen der Lebenszeit.» So schildert die nunmehr über 70-jährige Eileen ihre Vergangenheit als junge Frau in den Sechzigerjahren. Reizlos, mager, unsichtbar arbeitet sie als Sekretärin in einer Jugendstrafanstalt. Die Mutter tot, der Vater ein Säufer, das Haus verdreckt. Doch dann erscheint eine neue Kollegin im Jugendknast, glamourös, weltläufig und schön. Und Eileens Leben nimmt eine spektakuläre Wendung, die einen mörderischen Ausgang haben wird … Böse, triebhaft, dunkel-schillernd – ein gnadenlos luzider Roman über die Nachtseiten der Psyche.

Ottessa Moshfegh: Eileen. Liebeskind-Verlag, München 2017, 336 Seiten, ca. 36 Franken

5.

Malle. Die Insel! Das Sehnsuchtsziel von Millionen von Deutschen, Engländern, Schweden und Schweizern. «Bleiche Urlauber ziehen im Ort Frauen und Kinder hinter sich her, als sei auch dieser Urlaub, wie alles andere daheim, vor allem etwas, das bewältigt werden muss.» Und trotzdem verfallen sie dem Zauber dieser Insel, die der preisgekrönte Journalist Alexander Gorkow 1967 als Kleinkind zum ersten Mal bereiste, um sie dreissig Jahre später wieder zu erkunden. Die Tour wird zur Reise seines Lebens – und sein Bericht zu einer wundervollen Liebeserklärung an Mallorca.

Alexander Gorkow: Hotel Laguna. Meine Familie am Strand. Kiwi-Verlag, Köln 2017, 368 Seiten, ca. 30 Franken

6.

Okapis sind stille, zarte Tiere mit Rehaugen. Eigentlich nichts, wovor man Angst haben müsste. Dennoch herrscht im kleinen Dorf im deutschen Westerwald Alarmstimmung, wenn Selma ein Okapi im Traum erscheint – denn das bedeutet, dass wieder einer sterben muss. Selma hat die seltsame Begabung, Todesfälle vorherzusehen. Doch wen es trifft, ist unklar, deswegen geht einigen der liebenswerten Dorfbewohner sehr viel durch den Kopf am nächsten Tag … Ein hinreissendes, beglückendes Buch über die Liebe, das Leben und den Tod.

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann. Du-Mont-Buchverlag, Köln 2017, 320 Seiten, ca. 29 Franken

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