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Redaktionstipps: 6 Bücher, die euch wieder Lust aufs Lesen machen

Literatur & Musik

Redaktionstipps: 6 Bücher, die euch wieder Lust aufs Lesen machen

Es gibt Phasen, da kommt man aus dem Leseflow – bis man wieder ein Buch aufschlägt, das einen umhaut. Sechs Beispiele aus der Redaktion.

«Ein wenig Leben» von Hanya Yanagihara

«Ein wenig Leben» ist brutal, aber auch brutal schön. Ich habe geweint und laut gelacht. Ein Buch, das einen in einen dunklen Strudel hineinzieht und tiefer durchschüttelt, als es eine Netflix-Serie je könnte. Ein Buch, das einem die ganze Kraft der Literatur entgegenschleudert. – Reportage-Chefin Stephanie Hess

«Hallo, Du Schöne» von Ann Napolitanos

Ann Napolitanos «Hallo, Du Schöne» entwickelt von Seite eins einen Instant-Sog, sodass mir gar nichts anderes übrig blieb, als dieses Buch am Stück zu verschlingen. Da ist William, dessen Eltern nach dem traumatischen Tod ihres ersten Kindes keine Liebe mehr für den Zweitgeborenen erübrigen und der erst auf dem Basketballplatz lernt, was Zusammengehörigkeit bedeutet. Julia Padavavo dagegen hat drei Schwestern und ein Elternhaus, das vor Lebendigkeit und Zuneigung nur so platzt. Wie sich ihrer aller Lebenswege kreuzen und warum wer mit wem zusammenfindet, erzählt Napolitano ohne Kitsch, aber mit ganz viel Zärtlichkeit für die Zwischentöne des Lebens. Ein Buch, bei dem man auch mal scharf einatmet vor Besorgnis und Mitgefühl, nur um kurz darauf wieder herzerwärmt auszuatmen. – Redaktorin Sarah Lau

«Convenience Store Woman» von Sayaka Murata

Meine Mama hat mir schon lange von der japanischen Autorin Sayaka Murata vorgeschwärmt – dieses Wochenende habe ich ihren Roman «Convenience Store Woman» komplett durchgelesen. Er dreht sich um die Angestellte eines 24-Stunden-Shops, die sich weder für Liebe noch für Karriere interessiert. Ihre ganze Zärtlichkeit gehört dem Laden, in dem sie arbeitet. Eine surreale-dystopische und gleichzeitig warmherzige Geschichte, die so viele Ambivalenzen aufmacht, dass mir nachher der Kopf schwirrte vor Inspiration und Eindrücken. Ich möchte jetzt eigentlich jede Woche ein Murata-Buch lesen. – Reportage-Volontärin Darja Keller

«Yellowface» von Rebecca F. Kuang

Meine persönliche Lesebestzeit habe ich mit «Yellowface» von Rebecca F. Kuang hingelegt. Dieser zeitgenössische Satire-Roman beginnt damit, dass die 27-jährige Bestseller-Autorin Athena an einem Stück Pancake erstickt. Vor den Augen der weniger erfolgreichen Schriftsteller:innen-Freundin June, die unmittelbar nach Athenas Tod deren unveröffentlichtes Manuskript stiehlt – und unter eigenem Namen veröffentlicht. Es geht um Graubereiche der Moral, die harte Wirklichkeit der Buchbranche und das Verlangen nach Ruhm inmitten eines Lügengeflechts. Die Sätze sind derart mit Leichtigkeit gebuttert, dass die Augen einfach darüberflutschen. Vor lauter Cliffhangern lässt sich das Blätter-Tempo kaum drosseln, bis man unerwartet viel zu schnell in den allerletzten Satz rast. – Social Media Editor Vanessa Vodermayer

«Gahana Must Go» von Taiye Selasis

Taiye Selasis erzählt in «Ghana Must Go» die Geschichte einer zerrissenen Familie mit poetischer Brillanz. Sie verwebt Geschichten von Accra bis New York, spielt mit Entfernung und Annäherung und wirft die grossen Fragen nach Herkunft und Zielen auf. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und hielt doch immer wieder inne, weil ich mich regelmässig in Selasis Wortbilder und Figuren verliebte – und weil ich nicht wollte, dass dieser Roman jemals endet. – Redaktorin Sandra Brun

«The Sound of Being Human» von Jude Rogers

Als ich in einem Plattenladen an Jude Rogers «The Sound of Being Human» vorbeilief, konnte ich nicht widerstehen – aus gutem Grund, wie sich zeigte: Die Musikjournalistin erklärt in ihrem mit Forschungserkenntnissen, Expert:innenstimmen sowie berührenden privaten Anekdoten gespickten Memoir an die tragende Rolle von Popsongs; nicht nur in ihrem eigenen Leben, sondern in unserer Gesellschaft. Dazu erinnerte mich die Britin daran: Wenn eine Geschichte nicht nur gut ist, sondern auch auf Fakten und gelebter Erfahrungen basiert, lese ich mühelos bis die Augen zufallen. – Redaktorin Melanie Biedermann

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