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Eine Feministin, die alle kennen sollten: Laurie Penny

Politik

Eine Feministin, die alle kennen sollten: Laurie Penny

  • Text: Alica Wenger
  • Bild: Instagram; Bildbearbeitung: Grafik annabelle

In unserer Rubrik «Die Feministin» stellen wir Frauen vor, die wir alle kennen sollten – weil sie aus dem Kampf um Gleichstellung nicht wegzudenken sind. Heute mit Laurie Penny.

Grundeinkommen für alle, bezahlte Care-Arbeit und Fortpf lanzungsmaschinen, die es ermöglichen sollen, ohne physische Schwangerschaften Kinder auszutragen: Was nach Szenen eines Fantasy-Romans klingen könnten, sind ganz reale Forderungen der sozialistischen Feministin Laurie Penny. Ihre bestimmte Ausdrucksweise brachte der Oxford-Absolventin nebst einer grossen Fangemeinde auch den Status der Zornigen im modernen Feminismus ein. Manchmal muss man eine Bitch sein, um Dinge zu erreichen, ist die Antwort der Britin darauf – ein Zitat von Madonna, das sie in ihre siebte und bisher letzte Publikation «Bitch Doctrine» (2017) integrierte.

Die im südenglischen Brighton aufgewachsene Penny ist elf Jahre alt, als sie – inspiriert durch das Werk «The Whole Woman» der Autorin Germaine Greer – beschliesst, ebenfalls für Frauen und ihre Rechte einzustehen. Sie studiert englische Literatur, schreibt Blogs und arbeitet später als freischaffende Journalistin für «The New York Times», den «Guardian» und den «New Statesman».

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Meuterei und Revolution

2011 erlangte die damals 25-jährige mit der Veröffentlichung ihres Buches «Meat Market» weitläufige Popularität. Sie beschrieb, wie Frauenkörper entmachtet, kontrolliert und gehandelt werden. Unverblümt und sarkasmusgetränkt erzählte sie von eigenen Erfahrungen – über ihre Magersucht oder Vergewaltigungen. Zugleich zeigte sie auf, wie das kapitalistische System durch sexistische Werbung und einschränkende Gesetze den weiblichen Körper kontrolliert, und erklärte die Unumgänglichkeit des physischen Kinderbekommens zur biologischen Tragödie.

Als Aktivistin kämpft sie nicht nur gegen das Patriarchat, sondern auch dafür, dass die Queer-Community inkludiert wird. Mainstream-Feminismus sei zu seicht, zu nett, findet Laurie Penny. Es brauche Meuterei und Revolution, um voranzukommen.

Gar nicht so still

Wer denkt, es sei seit ihrer letzten Publikation eigenartig still um die früher so laute Engländerin geworden, irrt. Statt durch Fernsehauftritte und Lesungen teilt die 35-Jährige ihre Überzeugungen heute insbesondere über Social Media. Und lässt sich Zeit, um nächstes Jahr mit ihrem neuen Buch «Sexual Revolution» zu einer weiteren Form des Aufstandes aufzurufen.

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