Oasen in der City

Städte-Trip: Entspanntes Zürich

Redaktion: Frank Heer; Text: Stefanie Rigutto; Fotos: Yves Bachmann

Städte-Trip: Entspanntes Zürich
  • Auf dem Dach, juhee

    Viele der älteren Stadthäuser haben eine Dachterrasse, in Zürich Zinne genannt

Entdecken Sie die entspannte Seite Zürichs und erfahren Sie, wo Sie der Hektik entfliehen können.

Aaaah, ein Lüftchen! Und dann: diese Ruhe. Das Hupen der genervten Autofahrer dringt nur noch gedämpft an unsere Ohren, und die sonst so gehetzten Zürcher, die morgens über die Bahnhofstrasse eilen, als wäre ihnen der mordlustige Dexter auf der Spur, nippen jetzt zufrieden an einem Glas kühlem Weisswein. Ein Hündchen schnuppert konzentriert an meinen Füssen (gestern gewaschen – also echt, eh!), der Kellner verteilt ungefragt Komplimente und ist auch sonst fast schon beängstigend nett. Sehen Sie: Zürich kann durchaus entspannt sein. Man muss nur wissen wo.

«Es scheint, als schwänge man sich über der Menschen Aufenthalt hinauf und liesse darin alle niedrigen und irdischen Gesinnungen zurück, als nähme die Seele, je mehr man sich den ätherischen Gegenden nähert, etwas von ihrer unveränderlichen Reinheit an.» Der Schweizer Philosoph Jean-Jacques Rousseau beschrieb in den schönsten Worten das erhabene Gefühl, das von uns Besitz ergreift, wenn wir aus luftiger Höhe auf die Welt blicken. Die Gipfel, die das Glück versprechen, sind in Zürich aus Beton, Stahl und Backsteinen. Und hinaufklettern muss man auch nicht: Die anstrengendste Bewegung ist das Tippen des Zeigfingers auf den obersten Knopf im Lift. Doch der wohlige Schauer beim Blick auf das Leben unter uns – er ist derselbe. Zwar sind wir dem Himmel nicht viel näher als vorher. Aber hey, wir 8sind ja auch nicht in New York, und unsere Dachterrassen liegen nicht im sechzigsten, sondern im – sechsten Stock. Doch das reicht völlig: Die Stadt breitet sich vor uns aus. Und als ob der Hochmut des Grossstädters eingeklemmt in den Gassen hängen geblieben wäre, fühlt sich Zürich von oben richtig sympathisch an. 

Zeltplatz Fischers Fritz

Morgens watscheln Enten übers Gras, abends schläft man zum Plätschern der Wellen ein: In den Safari-Zelten im Camping Wollishofen übernachtet man direkt am Ufer des Zürichsees – wunderbar romantisch und trotzdem komfortabel. Die zehn Zelte verfügen über Holzboden, Doppelbett, Decken, Handtücher und Gartenplätzli.
— Seestrasse 559, Tel. 044 482 16 12, www.fischers-fritz.ch, Zelt inkl. Champagnerflasche ab 150 Franken

Frau Gerolds Garten

Summer in the city? Geht nirgends besser als in Frau Gerolds Garten. Alte Frachtcontainer bilden die Kulisse, Züge rauschen im Minutentakt vorbei, aus Holzkisten spriesst der Schnittlauch, und der Prime Tower glitzert in der Sonne. Der urbane Stadtgarten wurde vor drei Jahren mitten im einstigen Industriequartier angelegt.
— Geroldstrasse 23

Frauenbadi

Der Blick geht aufs Grossmünster, der Kiosk verkauft Glace, die Füsse gefrieren fast in der kalten Limmat: So muss der Sommer in Zürich sein! Die Frauenbadi am Stadthausquai – ein nostalgisches Holzbad im Jugendstil – ist ein entspannter Ort, um in Zürichs wichtigstem Fluss zu baden. Abends gibts Drinks und Konzerte. Und – juhuuu – Männer!
— Programm: www.barfussbar.ch

Dachterrassen

… mit Stadtblick: Dachrestaurant von Modissa.
— Bahnhofstrasse 74

… mit Seeblick: Sky Bar im Hotel Eden au Lac.
— Utoquai 45

… mit Dorfblick: Weinschenke Hotel Hirschen.
— Niederdorfstrasse 13

… mit Flussblick: George Bar & Grill.
— Sihlstrasse 50

Stadtgeschichten

Yves Bachmann arbeitet als freier Fotograf und reist als Dokumentarfotograf für die Bundesverwaltung durch die Schweiz. Er lässt Inszeniertes spontan wirken und fühlt sich am wohlsten unter Menschen. Für annabelle war er eine Woche unterwegs, um mehrere Schweizer Städte zu porträtieren. Er liess sich von Künstler David Hockney inspirieren, wobei ihm seine frühere Tätigkeit als Graphic Designer zugute kam – entstanden sind neuartige Stadtcollagen.
www.yvesbachmann.ch

Empfehlungen der Redaktion

Kurzurlaub

Summer in the City: Tipps für Bern

Von Barbara Loop

Mehr aus der Rubrik

Reisen

App-grade für die Ferien

Von Leandra Nef