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Engadiner Wohntraum

Stil

Engadiner Wohntraum

  • Text: Adrian von MoosFotos: Reto Guntli / Zapaimages.comErstellt: 1. März 2010

Feuerabend in St. Moritz: Inmitten der Engadiner Bergwelt hat der italienische Geschäftsmann Ferdinando Brachetti Peretti seine alpinen Wohnvisionen verwirklicht.

Feuerabend in St. Moritz: Inmitten der Engadiner Bergwelt hat der italienische Geschäftsmann Ferdinando Brachetti Peretti seine alpinen Wohnvisionen verwirklicht.

Jeden Winter pilgert der internationale Jetset nach St. Moritz, um vor atemberaubender Kulisse Polospiele zu verfolgen, Geschäfte zu machen oder sich einfach Erholung zu gönnen. Auch Conte Ferdinando Brachetti Peretti besuchte das alpine Weltdorf unzählige Male, bevor er sich entschied, mit seiner Frau Mafalda Margarethe, Prinzessin und Landgräfin von Hessen, und den beiden Söhnen Cosmo und Briano eine Wohnung in einem klassischen Engadiner Haus zu beziehen. Nur unweit des wohl traditionsreichsten Hauses der Umgebung, des Kulm Hotel, bietet ihr neues Winterrefugium eine willkommene Abwechslung zum hektischen Alltag der römischen Familie.

Mit einer Vision, viel Eigeninitiative und ohne Unterstützung von Architekten und InteriorDesignern machte sich Ferdinando Brachetti Peretti daran, die 160 Quadratmeter grossen Räumlichkeiten in neuem Glanz erscheinen zu lassen. «Es sollte mein eigenes Werk sein. Inspirieren liess ich mich von den assoziativen Bildern eines im klassischen Stil erbauten Chalets.» Dabei legte Conte Brachetti Peretti besonderen Wert auf die visuelle Einheit zwischen innen und aussen, indem er Zimmerdecke, Wand und Boden konsequent mit hochwertig sanierten Holzpaneelen aus abbruchreifen Chalets versah: «Mir ging es darum, unserem Feriendomizil einen authentischen Charme zu verleihen.»

Zwei Jahre dauerten die Renovierungsarbeiten, die dem historischen Charakter der Vierzimmerwohnung zu neuer Geltung verhalfen. Anschliessend widmete sich Ferdinando Brachetti Peretti der Gestaltung des Ambientes, mit antiken Möbelstücken und Kunstobjekten und mit einer Farbwelt, in der die Fülle naturbelassener Einrichtungsgegenstände mit den gedämpften Farbakzenten gleichberechtigt harmoniert. Die Einrichtung der geräumigen Zimmer des Feriendomizils zeugt von der Liebe des Aristokraten zu den funktionalen und konventionell-traditionellen Aspekten der alpinen Wohnkultur. Als Blickfang präsentiert sich eine umfangreiche Ansammlung antiker Prachtstücke aus Rom und Cortina d’Ampezzo. Der riesige Teppich im Wohnzimmer ist ein Patchwork aus echten Kuhfellen, und die darauf befindlichen flauschigen Sofas sind Kreationen von Ferdinando Brachetti Peretti höchstpersönlich.

Conte Brachetti Perettis Flair für das Spiel mit Farben und Formen kommt nicht von ungefähr. Denn bevor er an der Universität Rom Wirtschaft studierte, schlug er den akademischen Weg in die Welt der schönen Künste ein. Seine Karriere war jedoch vorgezeichnet, sie führte ihn 1983 in die von seinem Grossvater gegründete Gruppe API Anonima Petroli Italiana, ein Familienunternehmen, das zu den wichtigsten Industriekonzernen der Petrochemiebranche gehört. Nur einige Jahre später übernahm er den Betrieb und wurde Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender von API Nova Energia und API Energia, einem der in Italien führenden Unternehmen im Bereich der Produktion grüner Energie. Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt den Vater zweier Kinder über seine unternehmerische Funktion hinaus, und auch hier eröffnet er sich Betätigungsfelder, in denen er seinen Sinn für Ästhetik und seine Kreativität ausleben kann. «Ich habe zusammen mit der Vismara Yacht Design Company die Vismara 90 Yacht entworfen», erzählt er von seinem neusten Projekt, während er es sich in seiner Ferienwohnung auf dem roten Skulpturstuhl Ekstrem von Variér bequem macht. «Konstruktion und Bau orientieren sich am Prinzip der Nachhaltigkeit, ein ausserordentlich erfolgreiches Konzept, wie sich gezeigt hat.»

Die Wohnung offenbart noch eine weitere Leidenschaft des Conte, die Fotografie. Mit ihr schafft er eigene, surreale Welten, in denen er die Exotik wilder Tiere mit der mysteriös anmutenden Berglandschaft kontrastiert. Dahinter steckt die künstlerische Idee, mit Fotografie ein realitätsfremdes Abbild zu erzeugen. Dieses Abbild zieht sich in zahlreichen Variationen als optisches Leitmotiv durch jedes einzelne Zimmer und verleiht der Wohnung trotz der klassischen Einrichtungsgegenstände einen modernen Touch. Um Fotokunst handelt es sich übrigens auch bei der Trophäe über dem Cheminée, auf die der Hausherr besonders stolz ist – das Bild eines Mufflonkopfs, Mitbringsel von einem der gelegentlichen Jagdausflüge des Conte.

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