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Fashion

Fashion Weekly: Louis Vuitton zeigt, wie Shopping wirklich geht

Barbara Loop
Barbara Loop

Lifestyle-Chefin und Mitglied der Chefredaktion

In unserer Rubrik «Fashion Weekly» schaut unsere Lifestyle-Chefin Barbara Loop zurück auf die Mode-Woche – und versorgt euch mit Gossip, News und den wichtigsten Highlights.

Louis on Tour

Und wie werdet ihr in Zukunft shoppen? Nun, falls ihr ganz zufällig ein kleines bis mittleres Vermögen zu verbraten habt, hätten wir da – thank us later! – so eine Idee. In Genf zeigt das Maison Louis Vuitton in sehr (und wir meinen wirklich sehr!) exklusivem Rahmen ausgewählten Kunden sein Savoir-Faire. Und ja, wenn jemand weiss «wie es gemacht wird» dann ja wohl das französische Modehaus, das hier auf schönste Weise dem Fast-Fashion-System Handwerkskunst entgegensetzt. In einer exklusiven Villa werden nicht nur die Ende des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal kreierten Koffer-Klassiker in neuem Look gezeigt, sondern auch casually ein Billardtisch in Logoprint, ein Uhrenschrank mit Geheimfächern, Haute Joaillerie der feinsten Art oder eine Truhe designt von Virgil Abloh höchstpersönlich. Zum allerersten Mal überhaupt macht diese Trunk-Show der spektakulärsten Art in der Schweiz halt und hat auch die Objets Nomades, quasi die Home-Kollektion des Brands, mit im, pardon, Gepäck. Unser Chefredaktorin Jacqueline Krause-Blouin hat übrigens die kobaltblaue Hängematte von atelier oï aus feinstem Leder am besten gefallen. Für – pssst – schlappe 40 000 Franken. Aber nach dem Preis zu fragen, wäre hier wirklich schlechter Stil.

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Fashion Hack

Im April hat Gucci-Designer Alessandro Michele zum 100. Geburtstag des italienischen Modehauses eine Show präsentiert, die von Balenciaga-Codes durchzogen war. Jetzt legte Balenciaga-Designer Demna Gvasalia für Spring/Summer 2022 einen «Hack-Back» der Gucci-Codes nach. Die Looks, die eindeutig Gvasalias Handschrift trugen, wurden durch Accessoires mit Gucci-Print ergänzt oder mit einer mit einem Doppel-B versehenen Gürtelschnalle in Anlehnung an das ikonische Gucci-Logo. Diese marketingtechnisch brillante Form der Kollaboration toppte nur das Schuhwerk, das einer zweiten Kollaboration entspringt – und dem hier ein eigener Punkt gewidmet werden muss …

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Kermit geht steil

Das Onlinemagazin «The Cut» bezeichnet diesen Schuh treffend als «the most chaotic high fashion collab»: Stilettos X Crocs, eine gewagte Kreuzung aus Gartenlatsche und Discotreter in Froschgrün, Kostenpunkt 900 Franken. Ja? Nein? Vielleicht? Nein, dieser Schuh ist nichts für Unentschiedene.

Bold and Gold

Auch die Prefall-Kollektion von Bottega Veneta setzt auf mutige Schuhdesigns, die aber in einer anderen Liga spielen: Da gibt es etwa kniehohe Puddle Rubber Boots in Glitzeroptik, Stilettos mit Telefonkabel-Schnürung oder Schuhe auf Rädern! Und jetzt wissen wir auch, wem wir diese Designs zu verdanken haben: Nina Christen. Das Interview mit der Schweizer Schuhdesignerin von Bottega Veneta hat meine Kollegin Leandra Nef geführt – a must-read!

Liebesgrüsse aus …

Präsidentengattin Jill Biden brachte die Liebe nach England: Zum Staatsbesuch in London trug sie ein Jackett mit dem Schriftzug «LOVE» auf dem Rücken. Eine genauso simple wie klare Botschaft und ein Wink mit dem Zaunpfahl an ihre Vorgängerin Melania Trump. Diese machte einst Schlagzeilen mit einem Parka, auf dem «I don’t care. Do you?» geschrieben stand. Dies sei eine Botschaft an die Medien, die sie ständig kritisieren würden, liess sie damals verlauten. Die Botschaft kam anders rüber. Kein Wunder, schliesslich trug sie die Jacke bei der Anreise zu einem offiziellen Besuch einer Haftanstalt für Migrantenkinder.

Reclaim the Garments …

… nennt die Berner Designerin Sandra Lemp ihre Kollektion. Sie besteht aus acht Kleidungsstücken, die es erstmals nur als Prototypen aus hochwertigen Materialien aus der Schweiz wie Flachs, Seide oder Satin gibt. Die Prototypen sind bewusst weiss gehalten, um der Kundschaft die Möglichkeit zu geben, sich mit der Wahl des Stoffs und der Farbe in den Designprozess einzubringen. Mit zirka einem Monat Produktionszeit muss man rechnen, die Kosten sind abhängig von der Wahl des Materials. Individuelle und saisonunabhängige Einzelstücke anstatt seriell und in Übermenge produzierter Massenware – das ist die zukunftsweisende Philosophie hinter dem Projekt.  Sandra Lemps Designkollektion ist noch bis zum 4. Juli an der BESTFORM 2021, der Ausstellung der Berner Design-Stiftung, im Kornhausforum Bern zu sehen. Dort gezeigt wird ausserdem Modedesign von Collective Swallow, Luca Xavier Tanner, Nina Yuun, deren Projekte von der Stiftung unterstützt wurden.

Herrschaftlich

Von Kristen Stewart präsentiert, von Jürgen Teller fotografiert, von den Bewohnerinnen des Schlosses Chenonceau inspiriert: Die «Metier d’Art»-Kollektion von Chanel! Sie trägt den Titel «Les Châteaux des Dames» und spielt auf Frauen wie Diane de Poitier, Katharina von Medici oder Louise Fontaine an, die im berühmten Wasserschloss gelebt haben, das die Kulisse zur Kampagne bildet: eine schwarze Lederjacke mit Perlen und juwelenbesetzen Knöpfen, ein transparentes Organza-Kleid. Ein bestickter Gürtel über den Chiffonrock, der die Fassade des Schlosses darstellt. Grosse Handwerkskunst in modernem Design.

 Frottee mon Amour

Meine Kollegin Mariella Ingrassia ist nicht nur eine fantastische Moderedaktorin, sondern generell ein umtriebiger, kreativer Kopf. Zusammen mit Cheryl Graf hat sie das Label Issu Issu gegründet und entwirft mal Schmuck, mal Kerzen, mal Vasen – und aktuell eine Frottee-Kollektion für Collective mon Amour. Jetzt bei Modissa und BIG im Verkauf, limitierte Auflage.

Mind the Gap

Vergangenes Jahr hat Kanye West einen 10-Jahres-Vertrag mit Gap unterschrieben, jetzt erblickt sein erster Entwurf für die Kette das Licht der Warenwelt: eine hellblaue Jacke, die ein bisschen an einen Abfallsack und ein bisschen an einen Ballon erinnert – und erst mal das Internet crashte. Die Gap-Seite war vorübergehend down. Aber keine Sorge, die Jacke ist entgegen vieler Meldungen nicht ausverkauft. Sie wird noch immer produziert, bald auch für den internationalen Markt. In den USA wird sie für 200 Dollar gehandelt, nur schliessen lässt sie sich leider nicht.

Dior and Roses

Es war seine Mutter Madeleine, die Christian Diors Liebe zu Blumen entfacht hatte. Der Duft des Rosengartens seiner Kindheit im normannischen Küstenort Granville war dem Designer zeitlebens Quelle der Inspiration. In der Familienvilla Les Rhumbs, die heute das Musée Christian Dior beherbergt, hat die Ausstellung «Dior and Roses» eröffnet. Zur Ausstellung erscheint auch der Band «Roses and Dior» im Rizzoli-Verlag, New York, mit Text und Bild zum Vermächtnis der Rose im Hause Dior.

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