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Designerin Sarah Bounab: «Ich designe für Leute, die mich faszinieren»

Fashion

Designerin Sarah Bounab: «Ich designe für Leute, die mich faszinieren»

Die Mode Suisse feiert ihre 20. Jubiläumsedition. Zum Auftakt am 30. August stellen wir euch drei Designerinnen und Designer der Stunde vor. Heute: Sarah Bounab spricht über ihre «Digital Queen» und recycelte Schuhabsätze aus PET-Flaschen.

Wer ist Sarah Bounab als Person und als Designerin?
Ich mache Mode aus Leidenschaft. Vor acht Jahren hat meine Design-Laufbahn an einer Schule für Näherei und Hutmacherei begonnen. Meine zwei Kollektionen für den Bachelor- und Masterabschluss in Mode- und Accessoire Design an der HEAD in Genf bildeten die Grundlagen meines persönlichen Designausdrucks. Für meine Masterkollektion wurde ich mit zwei namhaften Preisen ausgezeichnet.

Designer:innen haben oft den Drang zur Selbstverwirklichung. Wie sehr sind Ihre Entwürfe Ausdruck Ihrer selbst? Und wie sehr lassen Sie sich durch Gedanken an die Träger:innen beeinflussen?
Was mich fasziniert, findet Ausdruck in meinem Design. Und ich designe wiederum für diese Leute, die mich faszinieren. Sie sind die Quelle meiner Inspiration. Ebenso, wie die virtuelle Welt und die Nutzung sozialer Medien. All das nährt mich – was mich nährt, nährt auch meine Kreationen.

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Wer soll Ihre Designs tragen?
Alle, die gerne ausgehen, gerne eingeladen werden und Abendmode mögen. Alle, die sich selbst sublimieren wollen, Charakter haben und offen sind. Und vor allem alle, die gerne angeschaut werden.

«All they could see was my digital queen» –  so heisst Ihre letzte Kollektion. Die Entwürfe behandeln mit der Digitalisierung ein brennendes Thema. Wie beeinflusst Ihre «Digital Queen» Ihre Entwurfsarbeit und Ihr Leben?
Alle beherbergen eine «Digital Queen». Meine «Digital Queen» ist ein Schlüsselelement dieser Kollektion und zugleich ein Echo der Digitalisierung. Ich will sensibilisieren: Ich verbinde Metall und Materie. Damit thematisiere und uminterpretiere ich unsere ständige Hyperkonnektivität durch neue Technologien und die Verschmelzung zwischen Mensch und Maschine zum Cyborg. Meine Designs sind hybride Kleider aus dekonstruierten Mustern und Silhouetten. Zentral im Designprozess meiner Kleidungsstücke ist ihre Entstehung. Ein Gemisch aus Computerprozessen und anschliessender Handarbeit erlaubt es mir, Kleidungsstücken neuen und absurden Ausdruck zu verleihen.

Nicht nachhaltig zu sein, ist heute keine Option mehr. Was ist Ihr Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt?
Im Gegensatz zur futuristischen Dimension vertritt die oben genannte Kollektion auch die Philosophie des Know-hows und die Wertschätzung der traditionellen Handwerkskunst im Zeichen der Slow Fashion. Um den Herausforderungen zu begegnen, ist es für mich unumgänglich, umweltverträgliche Verfahren einzusetzen. Nebst pflanzlichen Farbstoffen und wiederverwendeten Materialien stelle ich Schuhabsätze aus recyceltem PET-Kunststoff her. Diese erforderten mehr als ein Jahr Forschung.

Was hat Corona mit Ihnen als Designerin gemacht?
Während der Pandemie fehlt es mir an Selbsteinschätzung, was die Realisierung und Etablierung von eigenen Projekten erschwert. Dank der Digitalisierung konnte ich mich weiterentwickeln und meine Praxis fortführen. Von daheim aus zu arbeiten, ist nach wie vor eine Herausforderung für mich. Die vielen Stunden in der Küche haben mich zwar nicht dazu bewegt, mehr zu kochen, dafür aber meine Gemüseschalen zu Pflanzenfarben zu recyceln.

Wovon träumen Sie?
In dieser unruhigen Zeit träume ich sehr viel! Ich will erfolgreich sein und meine Mittel gezielt für meine Projekte einsetzen. In den nächsten Jahren will ich nämlich mein eigenes Label auf den Markt bringen.

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Mehr Infos zur Mode Suisse findet ihr hier.

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