Hand aufs Herz: Pflegen wir unsere Kaschmirpullover eigentlich richtig?
Wir wissen genau, welche Pflege unsere Haut braucht. Aber wie sieht es mit unserem Lieblingskaschmir aus? Diese zehn Tipps zeigen, wie wir unsere Pullover richtig pflegen, typische Fehler vermeiden und dafür sorgen, dass sie uns jahrelang begleiten.
- Von: Mariella Ingrassia
- Bild: Extreme Cashmere
Ein guter Kaschmirpullover kann uns jahrelang begleiten – vorausgesetzt, wir pflegen ihn richtig. Aber wissen wir eigentlich, wie man einen Rotweinfleck aus einem Kaschmirpullover entfernt? Wie oft man ihn überhaupt waschen sollte? Oder wie man ihn trocknet?
Wir investieren viel Zeit und Geld in Dinge, die uns länger schön erhalten bleiben sollen, doch bei unserer Kleidung denken wir erstaunlich schnell ans Ersetzen. Dabei braucht es gar nicht viel, damit uns ein Kaschmirpullover jahrelang begleiten kann.
1.
Darf Kaschmir in die Waschmaschine? Aber ja!
Zumindest, wenn die Maschine einen zuverlässigen Wollwaschgang hat. Maximal 30 Grad, wenig schleudern und am besten in einem Wäschenetz. Bei Kaschmir gilt: weniger Bewegung, weniger Risiko.
2.
Weichspüler? Lieber nicht.
Ausgerechnet das Produkt, das unsere Wäsche weich machen soll, hat bei Kaschmir nichts verloren. Weichspüler kann die empfindlichen Fasern beeinträchtigen. Ein mildes Wollwaschmittel reicht vollkommen aus.
3.
Motten lieben schmutzige Wäsche
Genauer gesagt: Ihre Larven mögen Rückstände von Schweiss, Hautschuppen und Essensflecken. Deshalb den Kaschmirpullover vor dem längeren Verstauen unbedingt reinigen. Sauberkeit ist hier tatsächlich die beste Vorsorge.
4.
Nicht jeder Fleck ist ein Fall für die Waschmaschine
Bei hartnäckigen Flecken lohnt sich der Gang zur professionellen Reinigung. Besonders bei gebürstetem Kaschmir, dessen flauschige Oberfläche empfindlich auf Reibung reagieren kann. Vorher aber unbedingt das Pflegeetikett prüfen.
5.
Ein nasser Pullover gehört niemals auf einen Bügel
Kaschmir kann sich im nassen Zustand unter seinem eigenen Gewicht verziehen. Deshalb den Pullover in ein Handtuch rollen, sanft ausdrücken und anschliessend flach trocknen lassen. So bleibt die Silhouette dort, wo sie hingehört.
6.
Pilling ist kein Qualitätsurteil
Auch hochwertiger Kaschmir bildet kleine Knötchen, besonders dort, wo Reibung entsteht. Das ist kein Grund, sich vom Lieblingspullover zu verabschieden. Ein Kaschmirkamm oder Fusselrasierer entfernt die Knötchen – vorausgesetzt, man geht behutsam vor.
7.
Ein bisschen Dampf wirkt Wunder
Kaschmir darf durchaus gebügelt werden, allerdings nur bei niedriger Temperatur und mit einem leicht feuchten Tuch dazwischen. Noch sanfter ist vorsichtiges Dämpfen. Das hilft, die Fasern zu entspannen und den Pullover wieder in Form zu bringen.
8.
Kleiderbügel sind keine Freunde
So schön der Kaschmirpullover auch auf einem Bügel aussehen mag: Auf Dauer können Schultern und Ausschnitt ausleiern. Deshalb lieber ordentlich falten und liegend aufbewahren.
9.
Kaschmir mag es dunkel
Direkte Sonneneinstrahlung kann die Farben ausbleichen. Am wohlsten fühlt sich der Pullover deshalb an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort. Für die Sommerpause am besten frisch gereinigt und gut geschützt verstauen.
10.
Zedernholz statt Mottenpanik
Ein kleines Zedernholzsäckchen im Schrank kann helfen, Motten fernzuhalten. Ein Wundermittel ist es allerdings nicht. Wer seinen Kaschmir länger einlagert, setzt am besten zusätzlich auf einen dicht verschlossenen Aufbewahrungsbeutel. Vakuumbeutel sind nur bedingt geeignet, da starkes Komprimieren dem empfindlichen Strick nicht guttut.