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Marc Jacobs: Parfum-Spektakel

Stil

Marc Jacobs: Parfum-Spektakel

Was für ein Bonbon! Marc Jacobs himself wirbt für seinen neuen Duft Bang - wie Gott ihn schuf und mit nichts als einer XL-Version des Flacons zwischen den Beinen.

BANG! Mit einem Knall lanciert Fashiondarling Marc Jacobs seinen zweiten Männerduft – unter vollem Körpereinsatz.

Bang ist Marc Jacobs’ Zweitling in Sachen Männerduft. Und hat doch irgendwie Premierencharakter, denn der Marc Jacobs, der sich heute als Model in eigener Sache auf knisternder Metallfolie räkelt, hat nichts mit dem etwas moppeligen, langhaarigen Typ mit dicker Nerdbrille gemein, der vor einer Dekade Marc Jacobs Men lancierte. Men ist ein schlichter Duft, zurückhaltend und ausgewogen. Und jetzt das: Bang! Wie Gott ihn schuf und mit nichts als einer XLVersion seines Flacons im Metallic-Look zwischen den Beinen, wirbt ein inzwischen sportgestählter, wohl definierter und bunt tätowierter Marc Jacobs für seine neueste Kreation, die alles andere als schlicht und zurückhaltend ist. Die Kopfnote macht dem Namen alle Ehre und explodiert regelrecht. Schwarzer, rosa und weisser Pfeffer kitzeln den Riechnerv und weichen erst allmählich dem Herzen aus holzigen Aromen. Die Basisnote schliesslich strotzt nur so von maskulinen Noten wie Elemi- und Benzoinharz, Eichenmoos, Vetiver und Patchouli.

Wie schon der Name, markiert auch der Jus Präsenz und Selbstbewusstsein. Eines, das sich der Meister selbst mit einem Entzug und hartem Workout mühsam erarbeitet hat. Was läge also näher, als ihn auch gleich als Model für seinen Duft vor die Kamera zu bitten? Das dachte sich zumindest Robert Duffy, seit zwanzig Jahren Marc Jacobs’ Business Partner, rechte Hand, und derjenige, der die Kreativität des Designers zu barer Münze macht. Marc Jacobs selbst erklärte sich nach kurzem Zögern mit seiner Modelrolle einverstanden. Keine Diskussionen gab es bei der Wahl des Fotografen. Juergen Teller sollte es sein, der Mann, der seit über zehn Jahren alle Marc-Jacobs-Kampagnen ins für ihn typische Frontal-Blitzlicht setzt. Um einiges schwieriger gestaltete sich die Kleiderfrage. Kein Outfit schien das Konzept von Bang so richtig zu unterstützen. Es war wohl das originell gestaltete Flacon, das Juergen Teller schliesslich auf die Idee mit der Silberfolie brachte. Und darauf, dass selbige in seinem Blitzlicht tolle Reflektionen auf ölig-nackte Haut zaubern würde. Jedenfalls überzeugte die hüllenlose Variante alle Beteiligten und sorgte in den USA prompt für jede Menge Empörung. Aber eben auch für Publicity, die vermutlich weder unerwartet noch unerwünscht ist und die Neugier auf den offiziellen Launch des Dufts kräftig schürt.

Hier müssen sich Marc-Jacobs-Fans noch drei Monate gedulden, ehe sie den Bang-Effekt am eigenen Leib erleben können, denn der olfaktorische Urknall ist für die Schweiz erst im November vorgesehen.

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