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“Ohne Titel” von Alexa Adams und Flora Gill

Stil

“Ohne Titel” von Alexa Adams und Flora Gill

  • Interview: Jeremy GloorFotos: Imaxtree.comErstellt: 4. Januar 2010

Alexa Adams und Flora Gill haben sich während ihres Studiums an der renommierten Parsons School of Design in New York kennen gelernt. Seit 2006 zeigen sie an der New Yorker Fashion Week ihre Entwürfe unter dem Namen „Ohne Titel“.

Alexa Adams und Flora Gill haben sich während ihres Studiums an der renommierten Parsons School of Design in New York kennen gelernt. Wieder getroffen haben sich die Amerikanerinnen 2005, als sie beide für Karl Lagerfeld arbeiteten. Dort entschlossen sie sich, ein gemeinsames Label zu gründen. Seit 2006 zeigen sie an der New Yorker Fashion Week ihre Entwürfe unter dem Namen „Ohne Titel“. Und spätestens seit der Nomination für den Swiss Textiles Award 2009 ist das Label auch jenseits des grossen Teichs ein Begriff.

annabelle: Alexa Adams, Flora Gill, wer ist die typische Kundin, die Ihre Designs trägt?
Alexa Adams: Sie ist auf der Suche nach Kleidung von einer gewissen Qualität und nicht einfach nach dem neusten Trend. Massgebend ist ihr eigener Stil und nicht das, was ihr die aktuelle Saison vorgibt. Also ist es für uns als Designerinnen wichtig, etwas von hoher materieller und handwerklicher Qualität zu kreieren, das im wörtlichen und besten Sinn eigen artig ist.
Flora Gill: Wobei ein originelles Konzept für eine Kollektion zwar grossartig ist, es aber letztlich darauf ankommt, dass sich das Outfit gut anfühlt, wenn man es trägt. Das ist es, worum es schliesslich geht: Kleidung zu entwerfen, die sich am Körper gut anfühlt.

Sie erwähnen das originelle Konzept. Das Ihrer Frühling/Sommer-Kollektion basiert auf altägyptischen Formen und bildlichen Darstellungen jener Zeit. Wo fanden Sie die Inspiration dazu?
Alexa Adams:
Wann immer wir die Zeit haben, gehen wir in die Bibliotheken und Museen von New York und durchstöbern die unglaublichen Sammlungen dort. Viele Inspirationsquellen der Frühling/Sommer-Kollektion fanden wir zum Beispiel im Metropolitan Museum in Manhattan und dem Brooklyn Museum. Wir gehen dabei meistens von einer bestimmten Farbe oder einer Form aus, die uns besonders gefällt, und stossen dann im Lauf der Recherche auf konkrete Quellen, wie eben Darstellungen aus dem alten Ägypten.
Flora Gill: Wir fangen mit der Recherche bereits an, wenn die aktuelle Kollektion noch gar nicht präsentiert ist. Schon vor der Fashion Week überlegen wir uns also, in welche Richtung es mit den Entwürfen für die folgende Kollektion gehen soll. Wir studieren dabei Stoffe, Texturen und Techniken, die uns interessieren könnten. Am allerliebsten verbinden, wir moderne Stoffe und traditionelle Verarbeitungstechniken.

Wie sehr müssen Sie beim Produzieren aufs Geld achten?
Alexa Adams: Wir wollen begehrenswerte Mode machen, die sich die Leute auch leisten können. Verglichen mit anderen Marken gleicher Qualität sind unsere Kleider ziemlich preisgünstig. Schon allein von daher können wir bestimmt nicht masslos sein. Aber natürlich geht die Finanzkrise auch an uns nicht spurlos vorüber. Dass andere Labels finanzielle Schwierigkeiten haben, macht uns jedoch keine Angst. Ich glaube, die Leute haben einfach genug von gewissen überetablierten Modemarken und wollen frischen Wind. Unsere Entwürfe finden jedenfalls gute Resonanz, und wir können trotz der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Lage wachsen. Eigentlich sehen wir es als eine spannende Herausforderung, in dieser Zeit des Wandels Kleidung zu designen.

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