Interview mit Katie Melua

«Es gehört zu meinem Job, die Leute zu überraschen»

Interview: Kerstin Hasse; Foto: Getty Images 

Die britische Popsängerin Katie Melua ist mit ihrem neuen Album zu ihren georgischen Wurzeln zurückgekehrt.

annabelle: Katie Melua, Ihr Album macht Lust, sich auf der Couch einzukuscheln, während draussen der Schnee rieselt.
Katie Melua: Das freut mich. Tatsächlich wollte ich ein Album schaffen, das nach Winter klingt, das im Idealfall ähnliche Gefühle auslöst wie eine alte Weihnachtsplatte von Elvis Presley – obwohl ich natürlich weiss, dass Weihnachten für viele Menschen auch eine melancholische Zeit ist.

Der erste Song, «The Little Swallow», ist ein ukrainisches Volkslied, das Sie in Georgien mit einem Frauenchor eingespielt haben. Pop-Hits sucht man hingegen vergeblich.
Es gehört zu meinem Job, die Leute zu überraschen. Als ich bei meiner Recherche auf das ukrainische Original von «The Little Swallow» stiess, war ich glücklich, weil es so gut passte.

Ist das neue Album eine Reise zu Ihren georgischen Wurzeln?
Ja, ich war immer überzeugt, dass ich wohl nie Sängerin geworden wäre, wenn meine Eltern mit mir nicht nach England ausgewandert wären, dass ich dann wahrscheinlich früh geheiratet und Kinder gekriegt hätte. Doch während der Aufnahmen in Gori, wo ich die Aufbruchstimmung in der georgischen Kulturszene miterlebte, war ich mir plötzlich nicht mehr so sicher. Vielleicht wäre dieses georgische Leben ebenfalls interessant gewesen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Frauenchor zu engagieren?
Als ich auf eine Tonaufnahme des Gori Women’s Choir stiess, war ich sofort begeistert. Zum Glück kennt in Georgien jeder jeden, ein Bekannter gab mir die Nummer der Chorleiterin. Die Freude und die Leidenschaft der Sängerinnen haben mich tief beeindruckt.

Gemeinsam mit dem Chor geben Sie zwei Konzerte in der Schweiz.
Ja, wir sind über zwanzig Frauen auf der Bühne, und ich hoffe sehr, es geht uns unterwegs niemand verloren.

– Katie Melua: In Winter. Live: 19. 11. Musical Theater Basel, 20. 11. Kongresshaus Zürich

Kerstin Hasse

Die Online-Reporterin findet Menschen und ihre Geschichten spannend. Egal ob die Geschichte traurig oder schön, klein oder gross ist – sie erzählt sie gern.

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