ZFF

Schwoarzenegga: I’ll Be Back!

Text: Frank Heer

Am 30. September wurde dem Hollywoodschauspieler Arnold Schwarzenegger in Zürich der Golden Icon Award verliehen. Zudem stellte er am ZFF seinen Zombie-Thriller «Maggie» vor. Zuvor erzählte er im Filmpodium aus seiner Karriere. Wir waren dabei.

Die sensationellste Randnotiz am diesjährigen Zurich Film Festival war die Ankündigung, dass Arnold Schwarzenegger im kleinen Zürcher Filmpodium über sich und seine Karriere plaudern würde. Das muss man sich jetzt mal vorstellen: Schwoazenegga, der natürliche Feind jedes Arthouse-Kinos, im Filmpodium!? Also nicht dort, wo seine Blockbuster normalerweise zu sehen sind, zum Beispiel in einem der grossen Multiplex-Paläste, sondern dort, wo normalerweise Retrospektiven von Ingmar Bergman oder Luchino Visconti über die Leinwand flimmern. Grandios!

Natürlich sind die 260 Plätze zu 89 Franken ausverkauft. Während draussen noch immer Menschen stehen, die hoffen, Arnie würde vor dem Haupteingang aus der Limousine steigen (falsch: Stars nehmen IMMER den Hintereingang!), kündigt drinnen Moderator Steven Gätjen den Golden-Icon-Stargast des ZFF mit «Please welcome an icon, a legend, a superstar» an. Da sitzt er dann, braun gebrannt, grinsend, glatt rasiert, frisch frisiert und in entspannter Plauderlaune. «I love Zurich, I love Switzerland», strahlt er. «Als ich zum letzten Mal hier war, wusste ich: I’ll be back.» So was hört man doch gern im «Terminator»-Originalton.

Als er in den Siebzigern nach Hollywood kam, waren kleine dünne Typen wie Woody Allen, Dustin Hoffman oder Al Pacino die Stars der Stunde. «Niemand hatte auf ein 120-Kilo-Monster gewartet.» Natürlich ist Schwarzenegger ein alter PR-Profi, der hart an seiner Marke arbeitet. Seine Story ist die alte Tellerwäscherstory, aus der der 68-Jährige auch an diesem frühen Abend genüsslich erzählt. Macht aber nichts, schliesslich hat der Schauspieler, Politiker, Bodybuilder, Umweltschützer und Unternehmer das Undenkbare durchlebt, von ganz unten nach ganz oben, da hört man ihm gern ein bisschen zu (das einzige deutsche Wort, das Schwarzenegger an diesem Abend über die Lippen kommt, ist «Apfelstrudel»).

Schon als Kind habe er gelernt: Es wird einem nichts geschenkt. Was ihn weiterbrachte, war «work, work, work» (Arnie: wöak, wöak, wöak). Überhaupt habe er fast alles dem Sport zu verdanken (Arnie: spoat): «Du musst dir den Arsch aufreissen, wenn du es zu etwas bringen willst. Und wenn dir die Zeit davonläuft, schlaf ein bisschen schneller.» Sogar seine Eltern hätten nicht an ihn geglaubt; die Mutter fürchtete, ihr Sohn wäre schwul, weil die Wände seines Zimmers mit Postern von Männern tapeziert waren. «Meine Freunde hatten Fotos von halbnackten Frauen hängen, ich von halbnackten Bodybuildern.»

Als ein junger Mann aus dem Publikum wissen möchte, wie er als Heranwachsender mit der Ablehnung umgegangen sei, wiederholt Schwarzenegger sein Mantra vom bedingungslosen Glauben an sich selbst und den Willen zur Überwindung jedes Hindernisses. «Wie oft hörte ich: That’s impossible. Bodybuilding? Du? Impossible. Nach Amerika? Impossible. Schauspieler? Mit deinem Akzent? Unmöglich. Gouverneur von Kalifornien? Vergiss es.» Er habe die Zweifler eines Besseren belehrt. Die schönste Rache, sagt er, sei sein Erfolg. «Keep on going, you are a winner», ruft er am Ende seinen Fans noch zu, dann geht alles sehr schnell: Schwarzenegger wird behände über den Hinterausgang(!) aus dem Kino gelotst, dort warten drei Limousinen und ein Polizeiauto, ein kurzes Blitzlichtgewitter, der Star verschwindet im mittleren Wagen. Die Fensterscheibe ist getönt, doch man kann seinen markanten Kopf noch gut erkennen. Noch einmal hebt er seine Hand und winkt, dann setzt sich der Mini-Konvoi in Bewegung. Hasta la vista, Arnie!

Details und Programmhöhepunkte zum Zurich Film Festival: www.zff.com

Trailer zu «Maggie»:

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