Heft 21/15

Luxus-Jugi für Klein und Gross: Wellness Hostel 4000 in Saas-Fee VS

Redaktion: Frank Heer; Fotos: Ornella Cacace

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Das Wellness Hostel 4000 – eine Landmarke: Die Lage ist pittoresk, das Gebäude hochmodern

Familientaugliche Wellness: Schwimmbad mit Planschbereich...

... und Sauna mit Panorama

Massenschlag war gestern: Privatsphäre, reduziert aufs Wesentliche

Reportagen-Chef Sven Broder versprach seinen Kindern die Jugendherberge der Zukunft. Das Wellness Hostel 4000 in Saas-Fee hielt, was es verspricht. 

Seine Familie in eine Jugi einzuladen, ist jetzt kein Brüller, muss man zugeben. Am Familientisch habe ich die designierte Skiferiendestination deshalb verklausuliert verkauft – und musste dafür nicht einmal lügen. Denn die Jugendherberge in Saas-Fee ist eben keine Jugi, jedenfalls keine profane. Und auch nicht nur lässiges, weil internationales Youthhostel. Sondern das Wellness Hostel 4000. Es ist also quasi das, was Harry Potters Nimbus 2000 unter den Hexenbesen war: das Topmodell seiner Klasse und in seiner Art absolut zukunftsweisend. Das verstanden sogar die Kinder.

Skiferien im Familienverbund sind ja bekanntlich Ferien unter erschwerten Bedingungen, zumindest solange die Kinder ihre kalten Füsse noch nicht selber warm rubbeln können. Allein die Migränetabletten im Ferienequipment verdeutlichen den Überlebenstrainingscharakter. Und die Jugi im Gletscherdorf Saas-Fee ist eben die erste Jugendherberge weltweit, die sich das Pflichtangebot für erholsame Familien-Skiferien mit ins Boot geholt hat: ein Schwimmbad mit Plansch-becken und Wasserrutsche für die Kleinen und einen Fitness- und Wellnessbereich für die Grossen mit Saunen, Dampfbad, Nabelsteinen und Ganzkörpermassagen.

Diesen Nimbus des Besonderen strahlt das Hostel auch aus. Umrahmt von den mächtigen Viertausendern des Mischabel-Massivs, thront der imposante fünfgeschossige Holzbau wie ein Bergkristall beim Dorfeingang und über der Feevispa-Schlucht. Draussen lädt eine grosse Terrasse zu Kaffee mit Schuss, drinnen eine gediegene Lounge mit Bistro zu hausgemachten Alpen-Tapas. Interieur und Design sind modern, elegant, punktuell vielleicht etwas gar kühl geraten, verströmen aber nicht einen Hauch dieses vermeintlich Jugi-typischen Wohnheimmiefs. Wer bereit ist, sein Zimmer mit anderen Gästen zu teilen, nächtigt für unschlagbare 54 Franken, Wellness-Zugang inklusive. Das 4-Bett-Familienzimmer kostet zwar eher untypische 222 Franken pro Nacht, dieser Preis darf allerdings wohl auch als ein Zugeständnis an die Hotelkonkurrenz im Dorf verstanden werden. Denn müsste man am Ende des Aufenthalts seine Bettwäsche nicht selber abziehen, man würde glatt vergessen, wo man gerade seine Ferien verbracht hat: in der Jugi nämlich.

– Panoramastrasse 1, Saas-Fee, Tel. 027 958 50 50, www.youthhostel.ch, DZ mit Frühstück ab 123 Franken

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Sven Broder

Der Reportagenleiter schwärmt für Anekdoten und gute Geschichten, mag Fragen lieber als Antworten, Optimisten lieber als Nörgler. Er hat ein Näschen für Tabus und Fettnäpfchen, aber erschreckend wenig Talent, sie aktiv zu meiden. Er lebt mit Frau und drei Kindern in Zürich.

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