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Es ist Juni! Was wir diesen Monat nicht verpassen dürfen

Es ist Juni! Was wir diesen Monat nicht verpassen dürfen

Welche Ausstellung und welches Theater muss man besucht, welchen Off-Space betanzt und wo geshoppt und gebastelt haben? Monat für Monat gibt unser Team Kultur- und Veranstaltungstipps. Dieses Mal mit Lifestyle Editor Linda Leitner.

Kunst

Was wäre der Juni ohne Art Basel? Ein sommerliches Vergnügen vielleicht, aber optisch eine Prise weniger ansprechend. Juni ist ja der erste Monat, in dem es zu heiss fürs Büro ist und so mancher Glückspilz den Laptop mit in die Badi schleppt. Vom 14. bis 20. Juni allerdings wandelt man ausnahmsweise lieber durchs Office als durchs Wasser: Der Basel Social Club ist im Rahmen der Art Basel mit seiner fünften Ausgabe zurück und verwandelt ein leerstehendes Bürogebäude in eine temporäre soziale Bühne für Kunst.

Die diesjährige Edition mit dem Titel «Office» versteht das Büro nicht länger als Ort der Produktion, sondern als Raum der Reflexion. Einst Symbol für Effizienz und Wachstum, steht das Büro heute sinnbildlich für gesellschaftliche Veränderungen durch Digitalisierung, Remote Work und künstliche Intelligenz. Der Basel Social Club greift diese Entwicklungen mit Ausstellungen, Performances, Musik, Gastronomie und informellen Begegnungen auf und untersucht Fragen rund um Arbeit, Zeit, Produktivität und Erholung. Ein nächtliches Programm erweitert das Erlebnis bis in die späten Stunden, während eine «Out of Office»-Zone Raum für Rückzug und Pause schafft .

Grenzüberschreitende Arbeiten, in denen Fiktion und Realität ineinander übergehen. Werke an der Schnittstelle verschiedener Disziplinen, die filmische, technologische, digitale, physische und biologische Elemente zu wahrem Leben erwecken.

In der Fondation Beyeler in Riehen zeigt Pierre Huyghe, einer der innovativsten und einflussreichsten Künstler der Gegenwart, in einer exklusiv konzipierten Ausstellung neu geschaffene Werke neben zentralen Arbeiten der letzten Jahre.

Eine Woche bevor die Art Basel ihre Tore öffnet, schaut die internationale Kunstszene auf Zürich: Vom 12. bis 14. Juni strotzen die Museen und Galerien der Stadt während des Zurich Art Weekends nur so vor Ausstellungen, Führungen und Talks, die in Kooperation mit öffentlichen und privaten Zürcher Kunstinstitutionen entstehen.

Sammler:innen, Kunstschaffende und Kunstinteressierte tauschen sich mit internationalen Künstler:innen aus, wohnen Performances, Kunstspaziergänge, Debatten und Screenings bei und feiern rauschende Parties – und das kann die Kunstszene ja bekanntlich besonders gut.

Anhand von mehr als 300 Glas­tie­ren aus der Sammlung von Pierre Rosenberg – renommierter Kunsthistoriker und Ehrendirektor des Louvre –hinter­fragt die Ausstel­lung «Et nous alors?» im mudac Lausanne (noch bis zum 27. September) die komplexe und ambi­va­lente Bezie­hung des Menschen zum Leben­di­gen.

Zu diesem Anlass wurde eigens ein Film über den Palazzo von Pierre Rosen­berg in Vene­dig gedreht. Die Glas­fi­gu­ren werden in ihrer gewohn­ten Umge­bung gezeigt – der ihres Samm­lers, der sie sorg­fäl­tig im gesam­ten Haus plat­ziert hat.

Vom 11. bis 27. Juni lädt das feministische Kunstfestival KIN unter dem Titel «Kinship» an verschiedenen Kulturorten in Zürich ein. Neben einem vielfältigen Diskursprogramm zeigt die Ausstellung Arbeiten von knapp zwanzig Künstler:innen zu Migration, Gender, Trauma, Sorgearbeit und Zugehörigkeit.

Ein besonderer Fokus liegt auf Inklusion, Zugänglichkeit und der Frage, wie Verbindung und Solidarität in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten neu gedacht werden können. Das interdisziplinäre Festival bringt Stimmen aus Kunst, Literatur, Musik und Aktivismus zusammen und schafft Räume, um sich zu begegnen und kollektiv zu denken. Zu den Gästen zählen unter anderem Kim de l’Horizon, Big Zis, Noemi Grütter, Alice Hasters, Sibylle Berg, Gülsha Adilji und Hadija Haruna-Oelker.

Theater

«Kandaş und Kurtulmuş schreibt man mit Ş. Der Name auf meinem Ausweis ist falsch.» Die zwei Zürcher Ali Kandaş und Onur Kurtulmuş mit türkischem Migrationshintergrund begeben sich mit ihrem Stück «Yakamoz» im Zürcher Theater Winkelwiese auf eine Reise zu Identitätsfindung zwischen zwei (oder gar keinen) Heimaten, bei der direkt erstmal alle Identitäten verloren gehen.

In einer Welt, in der Rassismus als Makrothema Diskussionsvorherrschaft geniesst, Lösungen auf System- oder Gesellschaftsebene gesucht werden, gibt diese Aufführung Raum für die Mikrofragen an das Individuum. «Verpiss dich zurück in dein Scheissland!» – Und was jetzt? Am 6. und 7. Juni hat man die letzte Chance, das herauszufinden.

Musik

Kurz und knackig: Am Fête de la Musique am 21. Juni. in Lausanne spielt die Musik. Heisst: kostenlose Konzerte jeglichen Genres in Strassen und Kirchen, auf Plätzen und Parks und Kirchen.

Magisch ist es, wenn im Zürcher Landesmuseum unter dem funkelnden Nachthimmel musiziert wird. «Unique Moments» entstehen dann. Millennial-Herzen dürften am 4. Juni vor Nostalgie brechen, wenn Clueso das neue Studioalbum «Deja Vu 1/2» mit auf die Bühne schleppt und mit alten Hits melancholisch an die 2000er erinnert. Für alle, die Clueso nicht kennen: Der deutsche Musiker kombiniert in seinem Songwriting Elemente von Pop, Hip-Hop und Soul mit berührenden Texten. Tickets gibt's hier.

Interior

Traditionelles Holzhandwerk trifft auf die archaische Kraft der Raku-Brenntechnik: Das Zürcher Label Issu Issu hat mit Keramikkünstlerin Barbara Postiasi eine Möbel-Edition entworfen. Während Issu Issu sonst wild und verspielt arbeitet, schlagen Mariella Ingrassia und Cheryl Graf in dieser Zusammenarbeit leisere Töne an.

Zum ersten Mal stehen klassische Nuancen im Raum, die den Stücken zeitlose Ruhe verleihen, während die vertrauten Silhouetten des Labels bestehen bleiben. In einer limitierten Kollektion aus fünf Beistelltischen verschmelzen heimische Fichte und japanische Raku-Keramik zu Objekten, die die Grenze zwischen Funktionalität und Skulptur verwischen. Am 4. Juni wird sie im Rahmen einer Vernissage im Concept Store Opia erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Mode

Die Autorin dieses Texts besitzt eine rote Gucci-Bag aus der Tom-Ford-Ära, für die es stets Komplimente hagelt. Und weil sie weiss, dass auch die schönsten Vintage-Perlen ihren Preis haben, vertraut sie seit dem Gucci-Traum der Online-Plattform Loop, die stets einen besonders guten Service bietet.

Das Beste: Noch bis Ende Juli kann man sich die Loopschen pre-owned Premium- und Luxusstücke aus neuen und Vintage-Kollektionen in einem-Pop-Up-Chalet des Landquart Outlets in Fleisch und Blut über die Schulter werfen, anziehen und gönnen.

KI kann heute unglaublich viel: Texte schreiben, Bilder generieren, Entscheidungen unterstützen. Doch das wirklich Menschliche bleibt bei uns: mit den Händen etwas erschaffen. Bei Maison Shift ist Handwerk kein Blick zurück, sondern ein zentraler Teil der Zukunft. Während der Craftsweek vom 1. bis 7. Juni lang öffnen Designer:innen ihre Praxis und geben ihr Wissen in Workshops, Ausstellungen und kollektiven Formaten weiter.

Sie teilen ihre Techniken und Perspektiven, von Drapieren über Schmuckgestaltung bis hin zu experimentellen Textilpraktiken. Den Auftakt bildet die Ausstellung «Micro Fibers: The Biggest Invisible Threat» von Katarina Rimarcikova aus Grossbritannien. Sie macht die Auswirkungen synthetischer Textilien und Mikroplastik sinnlich erfahrbar und eröffnet einen Raum für die Auseinandersetzung mit unserem Verhältnis zu Kleidung.

Tanz

Die dritte Ausgabe des biennalen Lugano Dance Project widmet sich von 10. bis 14. Juni dem Dialog zwischen Tanz und kulturellem Erbe. Gezeigt wird ein hochkarätiges internationales Programm mit Koproduktionen wie Trajal Harrells neuem Stück «Music, Music», das wenige Tage zuvor bei den Wiener Tanzwochen Premiere feiert, sowie dem legendären Stück «Kontakthof» von Pina Bausch, das von Meryl Tankard als «Kontakthof – Echoes of ’78» neu auf die Bühne gebracht wurde und derzeit weltweit auf Tournee ist.

Die fünf Festivaltage bieten ein reichhaltiges Programm mit Bühnenstücken, ortsspezifischen Arbeiten, Workshops, Begegnungen und Filmvorführungen – in den Räumlichkeiten und an verschiedenen Schauplätzen des LAC sowie in der Stadt Lugano.

Health

Wie gut kennen wir unseren eigenen Körper wirklich und warum fehlen so viele Antworten? Frauengesundheit ist bis heute von Wissenslücken, Fehldiagnosen und Unsichtbarkeit geprägt. Viele Frauen erfahren erst spät – oder gar nicht, was mit ihnen passiert.

Genau hier setzt der Event der Frauenzentrale Zürich am 11. Juni im Braschler's an. Im Zentrum des Abends steht ein hochkarätig besetztes Panel mit Expertinnen aus Medizin, Politik und Forschung. Tickets gibts hier.

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