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"Queens": Heute startet der erste annabelle-Podcast

Podcast-Premiere für annabelle: Chefredaktorin Barbara Loop spricht in "Queens" mit Frauen, die beeindrucken. In der ersten Folge: Schauspielerin Esther Gemsch. Hört jetzt rein!

Ihre Stimme ist fest und klar: «Es ging mehr kaputt als mein Rücken. Ich verlor das Vertrauen, auch das in meine Fähigkeiten als Schauspielerin», sagt Esther Gemsch. Ich sehe ihr an, dass sie viel nachgedacht hat, dass sie gerungen hat, mit sich, der Welt – und um die Hoheit über diese, ihre Geschichte.

In der ersten Folge von «Queens», dem neuen Podcast von annabelle, spricht die siebzigjährige Schauspielerin offen wie kaum je zuvor in einem Schweizer Medium über die mutmasslichen sexuellen Übergriffe und sadistischen Misshandlungen, denen sie in jungen Jahren durch Dieter Wedel ausgesetzt war. Mutmasslich, weil es im deutschen #Me-too-Fall nie zu einer Verurteilung kam. Der gefeierte Regisseur, der die Vorwürfe bestritt, die mehrere Frauen 2018 gegen ihn erhoben hatten, starb nur Tage vor Prozessbeginn. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein.

Esther Gemsch erzählt von ihrer Kindheit, die einsam war. Und sie schildert, wie sich ihr hinter den Türen eines belgischen Filmstudios die Welt eröffnete. Dass sie glaubte, auf dem Set eine neue Familie gefunden zu haben, wie sie sich selbst erlaubte, sich vor der Kamera zu öffnen, verletzlich zu sein, frei zu spielen. Bis ihr jede Sicherheit genommen wurde.

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"Der Podcast mit Frauen, die weiter sind - für Frauen, die weiter wollen"

Einmal pro Monat ist im Podcast «Queens» eine Frau zu Gast, die älter ist als ich, weiter und weiser. Frauen wie Schriftstellerin Federica de Cesco, deren Bücher Generationen junger Frauen prägten, die Kommunikationslegende Beatrice Tschanz, die visionäre Ärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe Brida von Castelberg oder die Clownin Gardi Hutter sprechen über ihre Lebenswege, über Etappen auf der Überholspur, über Routen mit Aussicht.

Und weil echten Königinnen so schnell kein Zacken aus der Krone fällt, erzählen sie auch von den fiesen engen Kurven mit Rutschgefahr, von Irrfahrten und Sackgassen. In jedem dieser Gespräche lerne ich etwas fürs Leben. Denn wer weiss besser Rat als diejenigen, die auch schon mal falsch abgebogen sind?

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«Queens» blickt in die Vergangenheit, um Antworten für die Zukunft zu finden. Die US-amerikanische Autorin Rebecca Solnit beschreibt in ihrem Buch «Umwege», warum der Blick zurück sie oft hoffnungsvoll stimmt. In ihrer Arbeit, so Solnit, suche sie nach den vermeintlich unbedeutenden Ereignissen der Geschichte, nach den kleinen Schritten und den unscheinbaren Momenten, darunter auch solchen, die sich wie ein Scheitern angefühlt hatten.

Denn in ihnen hätten nicht selten Entwicklungen ihren Anfang genommen, die später als historische Momente und grosse Errungenschaften ins kollektive Gedächtnis eingehen: «Ich suche andere Sichtweisen, würdige die Wege, die von Ideen eingeschlagen werden, und hebe hervor, dass Hoffnung fast immer auf dem Erinnern gründet, weil man die Zukunft nicht sehen, aber Muster und Möglichkeiten verstehen kann, wenn man die Vergangenheit kennt.»

"Echten Königinnen fällt so schnell kein Zacken aus der Krone. Denn wer weiss besser Rat als diejenigen, die auch schon mal falsch abgebogen sind?"

Biografien von Frauen beinhalten noch immer zu viele Tabus. Im Podcast «Queens» sprechen Frauen darüber – als Zeitzeuginnen einer Geschichte des Frauseins, die nicht linear verläuft, die von kleinen Fortschritten geprägt ist, von Rückschlägen, von Kämpfen abseits der Bühne und solche von grosser Öffentlichkeit. Eine Geschichte, deren Meilensteine wie etwa das Frauenstimmrecht von vielen kleinen Siegen und Niederlagen begleitet werden – und von vielen beeindruckenden Frauen.

Im Gespräch mit Esther Gemsch habe ich gelernt, auf die Macht unserer Gefühle zu bauen. Emotionen – überschäumend, laut, ungestüm – werden gern als unkontrollierbares, weibliches Problem beschrieben, das es in Schach zu halten gilt. Doch in Wahrheit steckt in ihnen vor allem eines: Kraft.

Esther Gemsch erzählt eindrücklich, wie sie Wut entwickelte, und aus dieser Wut den Mut: Dazu, wieder vor die Kamera zu treten und als Lisbeth Rohner in «Lüthi und Blanc» Schweizer Filmgeschichte zu schreiben. Und den Mut, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen und sich und anderen Frauen, die Ähnliches erlebt haben, Gehör zu verschaffen.

«Queens»: Jetzt reinhören!
Einmal im Monat erscheint eine neue Folge von «Queens», dem neuen annabelle-Podcast. Chefredaktorin Barbara Loop holt sich in diesem Gesprächsformat Rat bei Frauen, die weiter sind – für Frauen, die weiter wollen. In der ersten Folge ist die Schauspielerin Esther Gemsch zu Gast. Am 18. Mai wird die nächste Folge mit Federica de Cesco veröffentlicht. Hört den Podcast auf allen gängigen Streamingplattformen und empfehlt ihn weiter

Dieser Podcast wird unterstützt von PostFinance. Das Schweizer Finanzinstitut macht sich für Gleichstellung stark und gibt Vorbildern eine Plattform

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