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5 Serien-Highlights fürs Wochenende

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5 Serien-Highlights fürs Wochenende

Von «Heartstopper» zu «Liebe im Spektrum»: Hier sind fünf neue Serien-Empfehlungen für laue Sommerabende auf der Couch.

«Heartstopper» (Netflix) – Tipp von Redaktorin Sandra Brun

Darum gehts: Zwei Jungs lernen sich auf einer «All Boys School» kennen. Der eine, Charlie, ist sich seiner Sexualität bereits bewusst, lebt diese offen und muss auch mit den Reaktionen darauf klarkommen – und hat die wohl grossartigsten Freund:innen. Der andere, Nick, ist Star des Rugby-Teams, umgeben von toxisch-männlichen Teamkollegen und geht einen gefühlt vorgezeichneten Weg, den er aber immer mehr hinterfragt, nachdem er Charlie kennenlernt. Und bald wird ihm klar, dass ihn mehr als Freundschaft zu diesem hinzieht – mit all den Höhenflügen und Hindernissen, die eine junge Liebe mit sich bringt.

Deshalb ist die Serie so gut: Weil die Serie so wholesome ist, mit so viel Liebe geschrieben und umgesetzt. Sie basiert auf dem gleichnamigen Graphic Novel von Alice Oseman und viele kleinere und grösser Elemente daraus finden sich charmanterweise auch auf dem Bildschirm wieder: So wirbeln immer wieder kleine grafische Elemente über den Bildschirm, von kleinen farbigen Blättchen über Funken, die sichtbar sprühen, bis zu kleinen Herzen, die aufploppen. Ich habe selten eine Serie gesehen, die junge Liebe mit so viel Gefühl erzählt – vor allem junge queere Liebe – wie «Heartstopper». Liebe wird ganz einfach und selbstverständlich vielfältig gezeigt und gelebt und nicht auf verkrampfte Art repräsentiert. Ausserdem zeigt die Serie zwar auch ernste Aspekte wie Mobbing und Ausgrenzung, bedient aber nicht das Narrativ der queeren Charaktere, die nur leiden und unglücklich sind, sondern zeigt einfach auch sehr viel Freude und Glück. Und in einer klitzekleinen Nebenrolle die grossartige Olivia Coleman als unterstützende, einfühlsame Mom. Unbedingt schauen, mein Herz hat die Serie definitiv erwärmt.

Für Fans von: «Sex Education»

«Roar» (Apple TV+) – Tipp von Redaktorin Vanja Kadic

Darum gehts: Was bedeutet es heute eine Frau zu sein? Dieser Frage widmet sich «Roar» in acht Episoden. Die Serie wirft in den verschiedenen Geschichten einen pointierten Blick auf Frauenbilder und Geschlechterrollen.

Deshalb ist die Serie so gut: In den acht Stories, die in «Roar» erzählt werden, ist die Realität manchmal ganz schön bizarr: Da ist die Single-Frau (Merritt Wever), die eine Beziehung mit einer toxischen Ente eingeht und eine Frau (Alison Brie), die als Geist ihren eigenen Mord aufklären muss, weil die zuständigen männlichen Polizisten den Fall nicht ernst nehmen und sich keine Mühe bei den Ermittlungen geben. Oder die Ehefrau (Betty Gilpin), die auf Wunsch ihres Mannes auf einem Regal lebt, damit er ihre Schönheit bewundern kann, – ehe er das Interesse und sie ihren Wert verliert. Was alle Geschichten gemeinsam haben: Sie sind fantastisch geschrieben und zeigen mit einer Portion schwarzem Humor auf, welche geschlechtsspezifischen Diskriminierungen Frauen im Privatleben oder im Job erleben. Die Besetzung (grandios: Alison Brie und Nicole Kidman) ist toll und die Serie ein Tipp für alle, die gesellschaftskritische Unterhaltung mögen.

Für Fans von: «Big Little Lies», «Sharp Objects», «Nine Perfect Strangers», «The Twilight Zone» (von 2019)

«Gaslit» (Sky) – Tipp von Redaktorin Jana Schibli

Darum gehts: Watergate! Das Streaming-Drama «Gaslit» greift eine bekannte Geschichte auf – die des US-Präsidentschaftsskandals von 1972, als Richard Nixon das Ausspionieren der demokratischen Kampagne verordnen liess –  und setzt den Fokus auf zuvor eher im Schatten gebliebene Personen statt auf mächtige weisse Männer (obwohl die natürlich nicht fehlen). Da ist die glamouröse Martha Mitchell (Julia Roberts), die Ehefrau von Justizminister John Mitchell (Sean Penn), die als eine Art Whistleblowerin aus der Affäre hervorging. Oder Frank Wills (Patrick Walker), der junge Nachtwächter des Watergate-Gebäudes. Die spannende Miniserie von Starzplay läuft hierzulande auf Sky, wo zurzeit sechs von acht wöchentlich erscheinenden Folgen verfügbar sind.

Deshalb ist die Serie so gut: «She’s completely insane. I love her», sagt Flugbegleiterin Mo in der ersten Folge über Martha Mitchell. Das kann man gut auf die ganze Serie ausdehnen. Mit der Hingabe zur Absurdität der Watergate-Affäre hat mich «Gaslit» sofort mitgerissen und eine neue Perspektive auf ein folgenreiches Geschehnis eröffnet, das man je nach Alter und Interesse mehr oder weniger mitbekommen hat. Das macht Spass – obwohl das Ganze neben der amerikanischen Gegenwart zuweilen fast idyllisch wirken kann. Bonus: ASMR-mässig knarzende Ledersessel, Siegelringe und die Siebzigerjahre-Mode.

Für Fans von: «Succession»

«Liebe im Spektrum U.S. Version» (Netflix) – Tipp von Reportage-Praktikantin Sonya Jamil

Darum gehts: In der warmherzigen Doku-Serie «Liebe im Spektrum» tauchen Erwachsene im Autismus-Spektrum in die aufregende, verrückte und unberechenbare Welt des Datings ein. Dabei werden sie mit viel Liebe und Humor von ihren Familien, Freund:innen und Autismus-Coaches unterstützt. Nach dem australischen Riesenerfolg der letzten zwei Jahre sucht nun auch der charmante amerikanische Cast nach der grossen Liebe.

Deshalb ist die Serie so gut: Die Hauptpersonen Dani, James, Kaelynn, James und Abbey schiessen voll ins Herz und bleiben – liebenswürdig wie sie sind – auch nach den sechs Folgen noch dort. Ich habe selten so viele ehrliche Gefühle beim Daten erlebt. Jeder Schmatzer auf die Wange, jede unerträglich lange Gesprächspause beim Speed-Dating, jedes schüchterne «Willst du meine Freundin werden» und jedes kindliche Gekicher nach einem Kompliment habe ich mitgefühlt. Die Familien, welche mit einem lachenden und weinenden Auge ihren Schützlingen tatkräftig zur Seite stehen, sind die wahren Stars der Serie. Damit beweist die Show gekonnt, dass es im Leben mehr Quellen der Liebe gibt als die der romantischen Beziehung. Meine Kollegin Marie Hettich hat übrigens eine Autismus-Fachfrau gefragt, ob es okay ist, autistischen Menschen beim Dating zu zuschauen. Das ganze Interview kannst du hier nachlesen.

Für Fans von: der australischen Version von «Liebe im Spektrum» und der Dating Show «Love is Blind»

«Dirty Lines» (Netflix) – Tipp von Lifestyle-Praktikantin Nina Mäder

Darum gehts: Die junge Studentin Marly ist eigentlich prüde. Bis sie ihre Sexualität an der Universität in Amsterdam entdeckt. Um finanziell über die Runden zu kommen, spricht sie Tapes für eine Telefonsex-Hotline ein. Die Brüder Frank und Ramon sind die Betreiber dieser ersten Sex-Hotline Europas, die sich schnell zum Mega-Renner entwickeln soll. Gleichzeitig befindet sich Amsterdam in den 80er-Jahren in der «Revolution»; auf offener Strasse werden Drogen verkauft, die Techno-Szene kommt langsam auf und Leute gehen offener mit dem Thema Sex um. Doch mit dem Erfolg der Hotline kommen auch die Schattenseiten wie Machtausnutzung und Geldprobleme.

Deshalb ist die Serie so gut: Die Charaktere haben allesamt ihre eigenen realistischen Probleme; ein Baby in einer instabilen Beziehung, Liebesgefühle für einen verheirateten Mann, einer toxischen Beziehung nachrennen… Und gleichzeitig ist alles in diesen witzigen, sarkastischen und trockenen Humor gewickelt. Die Serie macht Lust, jung zu sein und unverantwortliche Entscheidungen zu treffen. Und wenn ich dabei noch Wörter wie «Kut» lerne, was umgangssprachlich für «Scheisse» verwendet wird (unbedingt im Originalton streamen!), macht es das Schauen umso lustiger.

Für Fans von: «Fleabag», «Sex Education»

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