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Fashion

Fashion Weekly: Enttäuschende Coachella-Looks und eine spannende Doku

Jana Schibli
Jana Schibli

Redaktorin

In unserer Rubrik «Fashion Weekly» schaut dieses Mal Redaktorin Jana Schibli zurück auf die Mode-Woche – und versorgt euch mit Gossip, News und den wichtigsten Highlights.

Abercrombie & Fitch bekommt die Netflix-Behandlung

Die abgedunkelten Läden. Die wummernden Bässe. Das beissende Parfum. Erinnert ihr euch an Abercrombie & Fitch? Bevor das Modeunternehmen vor einigen Jahren in Ungnade fiel, verkörperte es die Höhe der amerikanischen Konsum- und Popkultur – auch hierzulande. An meiner Schule war ein Pulli oder Flanell-Shirt mit fettem A&F-Logo das wohl begehrteste Souvenir aus den Amerikaferien. Und dann kam es erst noch in einer Tasche mit dem schwarzweissen Aufdruck eines nackten Männeroberkörpers… «White Hot: The Rise & Fall of Abercrombie & Fitch», seit 19. April auf Netflix zu sehen, beleuchtet nun die dunkelsten Seiten der Modemarke – von problematischen Marketingkampagnen bis hin zu eklatantem Rassismus – und zeigt auf, wie genau diese hinter dem langjährigen Erfolg steckten. Besonders im Hinblick auf das modische Comeback der 2000er-Jahre ist die Doku ein Must-See.

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Braucht die Mode eine Revolution?

Am besten schon vorgestern, findet die gemeinnützige Organisation «Fashion Revolution», die als Reaktion auf den tödlichen Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesh vor fast genau neun Jahren gegründet wurde. Diese Woche findet wieder die jährliche, globale Fashion Revolution Week statt, mit Veranstaltungen zum Thema faire und nachhaltige Mode und den wahren Kosten des aktuellen Modesystems. Morgen Samstag, den 23. April, stöbert man zum Beispiel in der Zürcher Paulusakademie im Fair Fashion Market und hört sich danach einen Talk zu NFTs und digitaler Mode an. Zeitgleich findet man im Luzerner Neubad allerlei Stände mit recycelten, nachhaltigen und Secondhand-Kleidern oder lernt im Stadtmuseum Aarau, wie man Greenwashing entlarven kann. Das sind einfach zugängliche Events über ein Thema, das uns alle etwas angeht – nicht nur diese Woche.

Alle Infos zu den Events der aktuellen Fashion Revolution Week findest du bei Fashion Revolution Schweiz.

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Der Festivaltrend 2022 ist… Normcore?

Ach, Coachella. Nach zwei Jahren pandemischer Pause kehrte das Musikfestival in der kalifornischen Wüste vergangenes Wochenende zurück. Von einem fulminanten Comeback kann aber zumindest modetechnisch keine Rede sein: Die Outfits der Gäste, die hier zuvor meist eine grössere Rolle spielten als die Musik, waren in etwa so staubtrocken wie das Coachella Valley selbst.

Hailey Bieber kam zusammen mit Kylie Jenner in Jeans und kurzem Top, Lili Reinart auch. Bella Thorne trug einen Pyjama, Tom Kaulitz auch (oder so ähnlich). Eigentlich war es erfrischend, wie wenig sich die Stars bemühten. Oder hätte Timothée Chalamet so gut mit einem Model rummachen können, hätte er eine mit Pailletten handbestickte Jacke getragen wie bei den Oscars neulich? Eben.

Wer sich aber der Inspiration für extravagante Festivalmode 2022 beraubt fühlt, schaut sich am besten bei den Performer:innen um: Bei Doja Cat zum Beispiel (in einem zerfetzten Jumpsuit der Nachwuchsdesignerin Caroline Reznik in rostrot und blau) oder bei Harry Styles (in einem mit Regenbogenpailletten besetzten Gucci-Jumpsuit und mit Shania Twain). Oder hofft auf ein prickelnderes Weekend Two des Festivals, das heute beginnt.

Alexander Wang macht einen Comeback-Versuch

«Mittelmässig», «zum Verzweifeln», «unnötig»: Die Rückkehr des amerikanischen Designers Alexander Wang zum Laufsteg diese Woche hat viele Reaktionen ausgelöst, die wenigsten davon positiv. Seit 2019 hatte der 38-Jährige keine neue Kollektion präsentiert. Grund dafür waren neben dem Coronavirus die Anschuldigungen von sexuellen Übergriffen, die ab Dezember 2020 von über zehn Menschen gegen ihn gesprochen wurden, darunter viele männliche Models. Wang wies die Vorwürfe zuerst zurück und entschuldigte sich dann öffentlich; einen rechtlichen Prozess gab es nie.

 

 

Am Dienstag fand nun seine Show in Chinatown, Los Angeles statt. Gezeigt wurde nach Wang-Tradition viel Denim, Leder und nackte Haut. Eher neu war der explizite Fokus auf die asiatisch-amerikanische Identität des Designers (Wang ist chinesisch-amerikanisch und Sohn von Immigrant:innen aus Taiwan). Mit T-Shirts wurde Geld für den Erhalt eines historischen Brunnens im Chinatown gesammelt. Eine Afterparty gab es keine, Interviews schon gar nicht, und abgesehen von einigen Real Housewives und berühmten Models war das Promi-Aufkommen klein. Und trotzdem: Kim Kardashian postete auf Instagram eine schmeichelhafte Story. Rihanna und Julia Fox trugen in den letzten Wochen beide Designs von Alexander Wang. Ob das genügt, um das offensichtlich angestrebte Comeback herbeizuführen? Und sollte es?

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