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Looks der Golden Globes 2023: Unsere Tops und Flops

Fashion

Looks der Golden Globes 2023: Unsere Tops und Flops

Zum 80. Mal wurden am Dienstagabend in Beverly Hills die Golden Globes verliehen. Wir haben uns durch die Looks geklickt – und unsere Tops und Flops gekürt. Viel Spass!

Chefredaktorin Jacqueline Krause-Blouin

Top-Look: Hätte ich jetzt auch nicht gedacht, dass Heidi Klum mal auf meiner Best-Dressed-Liste landen würde. Das Beste an ihrem Look ist, dass sie Schweizer Design trägt: Germanier. Daran gefällt mir nicht nur, dass Kevin Germanier unser kleines Land modemässig auf die roten Teppiche dieser Welt bringt, sondern vor allem, dass seine Kreationen aus upcycelten Materialien bestehen. Was den Look angeht: Heidi Klum weiss, wie sie den anderen die Show stiehlt: Kurz, glitzernd, sexy – das hat sie wie keine Zweite perfektioniert. In diesem Fall ist mir nur der transparente Teil ein wenig zu sehr Eisprinzessin und die Federboa ein bisschen zu sehr Olivia Jones.

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Flop-Look: Vorweg: Ich finde es fantastisch, dass so viele Männer endlich origineller unterwegs sind – so viele Röcke an behaarten Männerbeinen habe ich jedenfalls schon lange nicht mehr gesehen. Das heisst aber leider nicht, dass die neue «Exzentrik» in jedem Fall glückt. Das Paradebeispiel dafür war Adam Scott in Paul Smith: 1. Ein Anzug sollte immer perfekt sitzen, 2. Ein Anzug in einer ungewöhnlichen Farbe (Petrol!) sollte besonders perfekt sitzen, 3. Das Schleifchen ist zu süss für meinen Geschmack, 4. Haarschnitt überdenken und 5. Was ist da um seinen Schritt herum los? Bei uns Frauen würden alle «Cameltoe» schreien. Meine investigative Recherche hat ergeben, dass es dafür auch ein Äquivalent für Männer gibt: «Moose Knuckle» (Elch-Knöchel!) oder «Plum Smuggler» (Pflaumen-Schmuggler). Aber bitte unbedingt weiter üben, Mr. Scott!

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Lifestyle-Redaktorin Jana Schibli

Top-Look: Ich war gelangweilt von diesem roten Teppich. Er war irgendwie sehr … 2014. Aus der Zeit gefallen. Umso mehr Freude machte mir Michelle Yeoh in ihrer bodenlangen, mitternachtsblauen Robe von Armani Privé. Der paillettenbesetzte Stoff glitzerte so sehr, dass er fast flüssig aussah. Drama! Und dann gewann sie erst noch einen Award für ihre Rolle im TV-Hit «Everything Everywhere All at Once».

Flop-Look: «Harper’s Bazaar» beschrieb Lily James als «eine Vision». Stimmt schon. Insofern, dass man sie sieht. Irgendwie passte bei ihrem roten, trägerlosen Versace-Look nichts so richtig: oben zu eng, unten zu sperrig. Nur die Schleppe mag ich.

Lifestyle-Redaktorin Leandra Nef

Top-Look: Nadelstreifenanzug meets Batik-Bastelstunde meets 70ies: Was nach einer filmreif komplizierten Ménage à trois klingt, machte Tyler James Williams (der für seine Rolle in der TV-Serie «Abbott Elementary» seinen ersten Golden Globe nach Hause nahm) zum mit Abstand bestgekleideten Mann des Abends. Williams trug einen Zweiteiler aus der Frühjahrskollektion von Amiri. Mike Amiri, der Kreativdirektor des US-amerikanischen Labels, lässt hoffentlich gerade ähnlich viele Moët-Champagnerkorken knallen wie der Schauspieler – Williams’ Auftritt dürfte sein Label über Nacht auf den Radar so manch eines Entscheidungsträgers oder einer Entscheidungsträgerin katapultiert haben.

Flop-Look: Meine Worst-Dressed-Liste ist dieses Jahr leider länger als jene mit den besten Looks – ich konnte mich kaum entscheiden. Und überreiche den Preis für den schlechtesten Look darum einem Phänomen: den güldenen Roben der Golden Globes. Die gingen heute Nacht gleich viermal daneben, bei Jennifer Hudson, Ivy Maurice, Gigi Paris – und hier bei «Avatar»-Darstellerin Bailey Bass. Der Kontrast zum Boden hat gestimmt, sonst leider nicht viel. Ihr Dior-Kleid erinnerte mit seinem Stoff und seinen Ornamenten eher an den opulenten Bettüberwurf von Marie Antoinette auf Schloss Versaille, als dass es dem Golden Girl gerecht wurde (nicht, dass ich wüsste, wie Ersterer aussah, aber genau so stelle ich ihn mir vor.) Aber hey, Übung macht die Meisterin!

Mode-Praktikantin Nadja Stricker

Top-Look: Ruhe und Eleganz strahlt dieser Look im Vergleich zu all den anderen Roben mit ihrem Glitzer- und Rüschchentamtam aus. «Einfach wieder einmal zu viel von allem» schien das Motto der diesjährigen Golden Globes gewesen zu sein. Ein Lieblingskleid zu finden, war also nicht einfach. Doch die guyanisch-britische Schauspielerin Letitia Wright überzeugt für mich in ihrem Prada-Auftritt der aktuellen Spring/Summer-Kollektion. Die klare Silhouette, die Elfenbeinfarbe mit dem orangen Ombré-Print kombiniert mit dem dezenten Diamantschmuck – she nailed it!

Flop-Look: «Who am I to judge», denke ich – und gleichzeitig: Tatsache ist, manchmal gefallen mir Dinge und manchmal eben nicht. Und hier trifft Letzteres zu. Es ist einfach zu viel los bei Heidi Klum. Als ich heute Morgen beim Scrollen ihren Look sah, war für mich der Fall klar: Sie hat den Vogel abgeschossen. Was es auf den Punkt bringt, beachtet man die vielen Federn, die sich um dieses kurze, kitschige Stück Stoff winden. Ihr Germain-Kleid würde meiner Meinung nach besser zu einer «Let’s Dance»-Veranstaltung passen.

Mode-Volontärin Tiziana Demasi

Top-Look: Ich bin ja ein Riesenfan von Anthony Vaccarellos’ Kreationen für Yves Saint Laurent. Der Look von «Wednesday»-Star Percy Hynes White ist für mich der Best-Dressed-Moment der diesjährigen Golden Globes. Elegant mit einer Prise «Bad Boy» sorgt er für Rock’n’Roll-Vibes auf dem roten Teppich. Weiteres Highlight? Seine Frisur und die Schuhe – so edgy! Alles in einem ein starker Auftritt ohne viel Schnickschnack. Ganz ehrlich, in diesem Look würde ich mich sogar nach Hollywood wagen.

Flop-Look: Ich liebe Donald Glovers Musik unter seinem Künstlernamen Childish Gambino so sehr, weniger hingegen seine Outfitwahl für die diesjährigen Golden Globes. Es ist mir zu easy-peasy: Das weisse Seidenset erinnert mich eher an eine Pyjamaparty. Diesmal ist es ein Saint-Laurent-Flop – ich finde, der Look steht dem Schauspieler gar nicht. Und die Schuhe sind sowas von vorbei. Good night, sleep well!

Stv. Chefredaktorin Barbara Loop

Top-Look: And the winner is … Natasha Lyonne. Die «Good Old Hollywood»-Karte zu ziehen, ist ja die bewährte Methode, um auf dem Red Carpet Würde zu bewahren und beim Kritiker:innen-Ranking nicht durchzufallen. Ganz nach dem Motto: better safe than sorry! Aber hey, nichts ist sicher, wenn Natasha Lyonne im Spiel ist. Die Schauspielerin mit der Stimme eines gestrandeten Seemanns ist das fleischgewordene Gegenteil von Langeweile. Logisch legt die «Russian Doll» mit dem Givenchy-Look einen aufsehenerregenden Golden-Globe-Auftritt hin: Dramatische Schultern, klobige Ringe, Reissverschlüsse auf den Handschuhen und eine Frisur, die unter dem Namen «Jellyfish» auf Tiktok trendet – Natasha Lyonne ist die Diva von morgen!

Flop-Look: Wenn die miesen Gala-Looks der Männer genauso viel zu reden geben wie die Fehlgriffe der Frauen, dann ist das doch ein grosser Schritt (zumindest auf dem Red Carpet) in Richtung Gleichstellung. In diesem Sinne von ganzem Herzen: Eddie Redmayne, you got it wrong! Ob die Blume am Revers des Valentino-Outfits noch als mutige Wahl durchgeht oder schon als Fail gewertet wird, sei mal dahingestellt. Aber dieses Gewurstel der Hose, das an die Topographie einer Wüstenlandschaft erinnert, geht gar nicht. Aber wirklich schlimm ist dieses durchsichtige Top darunter. Ab in die Wüste, Mister Redmayne.

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