Autotest

Wenn SUV, dann so

Text: Kerstin Hasse; Foto: Johanna Hullár

Autotest Mazda CX-3
  • «Wie ein sportlicher Kollege»: annabelle-Redaktorin Kerstin Hasse über den Kompakt-SUV Mazda CX-3

Ein perfekter Begleiter für Stadt und Land – kann der Mazda CX-3 dieses Versprechen halten?

Vor ein paar Jahren haben die Leute noch die Nase gerümpft, wenn jemand mit einem fetten SUV durch die Stadt gefahren ist. Als Bündnerin und Bündner hat man das zumindest getan. Wofür braucht man schon einen SUV im Unterland? In Zürich oder in Basel? Um ein Parkhaus zu erklimmen? Um im Winter sicher durch die gesalzenen und freigeräumten Strassen zu düsen? Um den Einkauf für einen ganzen Monat darin zu verstauen?

SUV, das hiess protzig, gross, verschwenderisch – too much. Aber die Zeiten ändern sich. Während vor ein paar Jahren die Autos noch möglichst klein und wendig sein mussten, wird heute alles zum Sport Utility Vehicle gemacht, was vier Räder hat. Crossover oder Kompakt-SUV nennen das die Autoverkäufer – und das Publikum klatscht. SUVs sind nicht mehr nur Autos für Männer, die etwas in ihrem Leben kompensieren möchten. Die kompakten SUVs sind zwar höher gelegt, etwas bulliger und rustikaler, aber chic und vor allem: sehr en vogue.

Denn mit so einem kompakten Bullen kommt man sich sportlicher und dominanter auf der Strasse vor (halt eben so, wie es die Protzer von damals schon taten), trotzdem kommt man in Parklücken rein, ohne einen Schweissausbruch zu erleiden. Und preiswerter sind die Modelle auch.

Ein Paradebeispiel für einen Kompakt-SUV ist der Mazda CX-3. Der ist klein, aber schnittig, sieht nicht nach Angeberkarre aus, sondern nach einem sportlichen Kollegen. Wenn man im Mazda sitzt, hat man nicht das Gefühl, in einen Kleinwagen gepfercht zu sein. Genau das macht eben den Zauber dieser neuen Crossover-Modelle aus.

Diese kleinen SUVs werden als perfekte Begleiter für Stadt und für Land angepriesen. Diese Herausforderung nehme ich gerne an: Der Mazda CX-3 besteht den Test, er macht sich sowohl über Stock und Stein in den Bergen, als auch im hektischen Stadtverkehr gut. Die Spurführungshilfe ist ein bisschen zu sensibel eingestellt, wenn man nur ein wenig von der Ideallinie abkommt, beginnt der Alarm schon zu brummen. Dafür sind Navi und Entertainmentsystem einfach zu bedienen, und Gadgets wie das beheizte Steuerrad, das Head-up-Display und das automatische Auf- und Abblenden machen das Fahren noch entspannter.

Kompakt bleibt aber kompakt, soll heissen: Auf den hinteren Sitzen kann es schon recht eng werden. Meine Gäste wollen sich nicht beschweren, aber viel Beinfreiheit bleibt ihnen in der hinteren Reihe nicht. Dafür müsste man dann halt doch einen richtigen SUV fahren. Für einen üppigen Einkauf im Shoppingcenter reicht der Platz aber allemal.

Modell: Mazda CX-3 Havana
Motor: 4-Zylinder-Benzin
Fahrleistung: 150 PS
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Masse: Länge 4.275 m, Breite 1.765 m, Höhe 1.535 m
Leergewicht: 1315–1438 kg
Volumen des Kofferraums (mit Sound-System von Bose): 287–1197 l
Benzinverbrauch: städtisch 8.1 l/100 km, ausserstädtisch 5.5 l/100 km, gesamt 6.4 l/100 km
CO2-Emission: 150 g/km
Energieeffizienz: G
Preis: ab 36 700 Franken
Infos: mazda.ch

Kerstin Hasse

Die Online-Reporterin interessiert sich für die Fragen, die sich ihre Generation gerade stellt. Sie schreibt über Politik und Popkultur, über Feminismus und Gleichstellung, über Beziehungen und – typisch Millennial – manchmal auch über sich selbst.

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