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Donald Ray Pollock – Grosses Gemetzel

Kultur

Donald Ray Pollock – Grosses Gemetzel

Zartbesaitete trinken sich für dieses blutrünstige, aber grandiose Buch bitte erst mal Mut an.

Willards Frau ist gestorben, sie war die Liebe seines Lebens. Er selbst wird noch immer verfolgt vom Gräuelbild eines von den Japanern gehäuteten Kameraden, den er als junger Gefreiter im Zweiten Weltkrieg auf einer Südseeinsel gefunden hatte. Willard verfällt in eine religiöse Raserei. Er betet im Wald, kniet an einem Baum, an dem er Tiere opfert, schreit zu Gott, dass er helfen möge. Doch der scheint generell verschwunden zu sein aus diesem Roman, in dem ein Pärchen Autostopper kidnappt und zu Tode foltert und Willards Sohn schliesslich zu einem furchtbaren Rachefeldzug aufbricht. Warum man eine solche Blutorgie lesen soll? Weil sie ein Wunder von unerhörter literarischer und menschlicher Tiefe ist. Weil sie von einem Nobody, einem Schulabbrecher und Schlachthofarbeiter, der mit über fünfzig auf Schriftsteller umsattelte, geschrieben wurde.

Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels. Liebeskind-Verlag, München 2012, 303 Seiten, ca. 30 Franken