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Editorial von Lisa Feldmann: Zur Lage der Nation

Leben

Editorial von Lisa Feldmann: Zur Lage der Nation

  • Text: Lisa Feldmann

Die eine bewundert Christoph Blocher dafür, «dass er immer seine Meinung sagt», eine andere liebt den «Genfer Mix» mit seinen knapp vierzig Prozent Einwanderern. Auf unserem Titelbild sind diesmal die 57 Schweizerinnen, die wir in den vergangenen Wochen danach gefragt haben, was sie lieben an ihrem Land und was sie denn gern ändern würden, ginge es nach ihnen und nicht nach dem demnächst neu zu wählenden Parlament.

Was uns auffiel bei unserer Reise durchs Land – von Basel bis ins Tessin, von Genf bis St. Gallen –, waren dabei nicht die grossen Differenzen. Denn obwohl wir Atomkraftgegnerinnen und -befürworterinnen trafen, Liberale und Konservative, Frauen, die die Ausschaffungs-Initiative unterstützten, und solche, die am liebsten ganze Flüchtlingsflossflotten aufnehmen würden, überraschten uns vielmehr grundsätzliche Gemeinsamkeiten: Alle Schweizerinnen, die wir befragten, lieben ihr Land. Sei es wegen der Berge und Seen, sei es, dass sie dankbar Sicherheit und Wohlstand anerkennen, der ihren Lebensstil so deutlich abhebt von dem der Nachbarn.

Nun ist unsere Strassenumfrage weit entfernt davon, die Stimmung in der Schweiz repräsentativ wiederzugeben, aber sie gibt einen Eindruck wieder, den wir hiermit Ihnen, liebe Politikerinnen und Politiker, weitergeben: Sorgen Sie doch bitte dafür, dass es uns weiterhin so gut geht! Und sollten Sie hierfür unpopuläre Entscheide treffen müssen: Haben Sie den Mut dazu – wir Frauen respektieren das mehr als populistisches Lavieren.

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