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Diese vier Kultfilme kommen zurück

Text: Miriam Suter; Foto: Youtube.com

Diese vier Kultfilme kommen zurück
  • Brilliante Wahl: Schauspielerin Laverne Cox als Frank N. Furter in der Neuverfilmung von «The Rocky Horror Picture Show»

Vier Kultfilme der letzten Jahrzehnte sind wieder da – als Remake oder Fortsetzung. Filmfan und Junior Online Editor Miriam Suter freut sich aufs Wiedersehen.

«The Rocky Horror Picture Show»

Die Geschichte des durchgedrehten Doktor Frank N. Furter, seiner Gefolgschaft und des biederen Ehepaars Brad und Janet ist verschroben, glamourös, sexy und laut und zelebriert das Leben in all seinen schillernden Facetten. Die Originalfassung stammt aus dem Jahr 1975 und gehört für Fans rund um den Globus zu den absoluten Klassikern. Die Messlatte für die neue Version liegt also entsprechend hoch. Rangewagt hat sich US-Produzent und Choreograf Kenny Ortega («Dirty Dancing», «High School Musical»), der für die Neuverfilmung die amerikanische Schauspielerin Laverne Cox («Orange Is the New Black») für die Rolle von Frank N. Furter ins Boot holte.

Ich habe Purzelbäume geschlagen vor Freude, als ich das erfahren habe. Denn «The Rocky Horror Picture Show» ist für mich nicht einfach nur ein Film. Sein Erfolg zeigt, dass auch schräge Streifen einen Platz im Kino haben. Und genau deshalb ist die Wahl von Laverne Cox für die Hauptrolle ein Geniestreich: Die transsexuelle Schauspielerin ist LGBT-Aktivistin und kämpft für die gesellschaftliche Akzeptanz ihrer Community. Die Fangemeinde des Films ist bisher noch gespalten: Während die einen in meinen Lobgesang einstimmen, finden die anderen die neue Version zu bieder und zu brav, um dem Original gerecht zu werden. Ich bin verliebt und freue mich wahnsinnig auf Oktober – dann kommt der Film in die amerikanischen Kinos und findet sicher auch bald den Weg zu uns. I shiver with anticipation!

«T2: Trainspotting 2»

Ich habe mir «Trainspotting» in einer Zeit angeschaut, als ich sehr empfänglich war für falsche Vorbilder, einen derben schottischen Akzent und vor allem für Bad Boys: als Teenager. Das Drama von Regisseur Danny Boyle («Slumdog Millionaire») zeigt die brutale Geschichte einer abgestumpften Heroin-Clique in Edinburgh und passte wunderbar in meine Zeit der Pseudo-Rebellion. Drogen fand ich zwar gänzlich uninteressant, Ewan McGregor alias Protagonist Mark Renton dafür umso spannender. Mark versucht während des Films immer wieder, clean zu werden, und setzt sich schliesslich über seine Freundschaften hinweg, um ein neues Leben anzufangen.

Der zweite Teil kommt im Januar 2017 in die englischen Kinos und spielt zehn Jahre nach dem ersten Film. Der Nachfolger orientiert sich lose am Roman «Porno» des schottischen Autors Irvine Welsh, der schon die gleichnamige Buchvorlage für «Trainspotting» geschrieben hat. Die Clique beschäftigt sich darin, wie der Name schon vermuten lässt, mit Pornos anstatt mit Drogen. Ich bin gespannt, ob die Originalbesetzung auch 20 Jahre nach dem ersten Film noch die richtig abgerockte Attitüde hat. Der Trailer stimmt mich und mein Teenager-Ich aber hoffnungsvoll.

«Twin Peaks»

Ich bin dem Mysterium der US-Serie, die 1991 ihre TV-Premiere feierte, erst vor etwa zwei Jahren verfallen. Dann aber so richtig: Ich habe mir beide Staffeln quasi in einem Zug angesehen, sehr wenig geschlafen, unter sehr vielen Albträumen gelitten, unzählige Male eine «damn fine cup of coffee» getrunken, mir nur noch diesen Soundtrack angehört und Pinterest-Boards mit den Outfits der Darstellerinnen zusammengestellt. Ich habe «Twin Peaks» mit jeder Faser geliebt. Auch wenn Regisseur David Lynch mittlerweile ein abgespacter Yogi zu sein scheint: Ich konnte einen ganzen Tag lang nicht mehr ruhig sitzen, als ich gehört habe, dass die Serie zurückkommt. Und zwar, wie bereits in der Serie selbst durch die Blume angekündigt, 25 Jahre nach der Erstausstrahlung.

Auch in der neuen Staffel der TV-Serie spielen die meisten Schauspieler der Originalbesetzung mit, allen voran Kyle MacLachlan alias Secret Agent Cooper (Cooper ist zurück! Mein Herz!). Neu dabei sind zum Beispiel die Schauspielerinnen Amanda Seyfried («While We're Young») und Naomi Watts und Musikerinnen und Musiker, etwa Pearl-Jam-Sänger Eddie Vedder und US-Sängerin Sky Ferreira. Wie die Geschichte genau weitergeht, kann ich Ihnen ehrlich gesagt nicht sagen – weil ich es nicht weiss. In guter alter David-Lynch-Manier wird das wohl geheim bleiben, bis zum Start der neuen Staffel in der ersten Jahreshälfte von 2017.

«Ghost Busters»

1984 erschien der erste «Ghostbusters»-Film, in dem vier Wissenschafter New York vor Geisterattacken retteten. In der Fortsetzung, die am 4. August in die Schweizer Kinos kommt, übernehmen vier Frauen den Job. Die «Saturday Night Live»-Komikerinnen Kristen Wiig, Kate McKinnon und Leslie Jones sowie Schauspielerin Melissa McCarthy («Bridesmaids») mussten sich auf Social Media zwar einige sexistische Beschimpfungen anhören – anscheinend tut sich die Nerd-Fangemeinde schwer mit dem Gedanken, dass Frauen Geister jagen können –, ich freue mich aber auf den Film wie ein kleines Kind. Der Trailer haut mich zwar noch nicht ganz vom Hocker, aber über geballte Girlpower auf der Kinoleinwand freue ich mich immer sehr.

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