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Im Garten der Vorurteile: Ein etwas anderes Buch über New Yorks Vergangenheitsbewältigung

Leben

Im Garten der Vorurteile: Ein etwas anderes Buch über New Yorks Vergangenheitsbewältigung

  • Redaktion: Claudia Senn; Text: Verena Lugert; Fotos: Rolf Wegner

Skandal! Ein muslimischer Architekt soll ein Mahnmal in Ground Zero bauen! Das ist die Ausgangslage in diesem bissigen Roman.

New York im Jahr 2003, es muss dringend eine Gedenkstätte her für die Opfer der Anschläge auf das World Trade Center. Ground Zero, die hässliche Brache, soll zu einem heilenden Ort werden. Eine Jury hat 5000 Einsendungen gesichtet. Der Sieger-Entwurf steht fest, ein Garten soll es werden! Doch der Architekt des Projekts heisst ausgerechnet Mohammed. Er ist Amerikaner, begabt, ehrgeizig, streitlustig – und Muslim. Ein ungläubiger Muslim zwar, aber das ist den aufgeheizten Gemütern egal. Die New Yorker beginnen den Kampf der Kulturen, angeführt von einer demagogischen Presse und opportunistischen Politikern. Bissig, luzide, satirisch – und unwahrscheinlich elegant geschrieben!

Amy Waldman: Der amerikanische Architekt. Schöffling-Verlag, Frankfurt 2013, 512 Seiten, ca. 35 Franken

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