Reportage

Spendenaktion Tansania: ein Zwischenbericht

Redaktion: Barbara Achermann; Fotos: Flurina Rothenberger

Spendenaktion Tansania: annabelle sagt «Danke».
Platznot und mangelhafte Betreung: Öffentliches Spital in Dar es Salaam.
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Spendenaktion Tansania: annabelle sagt «Danke».

Platznot und mangelhafte Betreung: Öffentliches Spital in Dar es Salaam.

Über 120 000 Franken haben annabelle-Leserinnen und -Leser bereits für den Bau der Baobab-Geburtsklinik in Tansania gespendet. Der Spatenstich folgt noch dieses Jahr. (Stand 9. September 2011)

Kaum etwas ist in Tansania so gefährlich, wie schwanger zu werden. Eine Geburt ist dort häufig eine Gratwanderung zwischen Leben und Tod. annabelle hilft deshalb, eine Geburtsklinik in Tansanias grösster Stadt, Dar es Salaam, zu finanzieren.

Bereits mehr als 120'000 Franken gesammelt

annabelle-Leserinnen und -Leser haben seit Dezember 2010 bereits über 120 000 Franken gespendet. «Wir freuen uns sehr über die grosszügigen Spenden. Sie werden dazu beitragen, Behinderungen zu verhindern und Leben zu retten», sagt Erwin Telemans, Leiter der Organisation CCBRT, welche die Klinik bauen wird.

Wie dringend Tansanias Frauen und Kinder Hilfe brauchen, haben im vergangenen Jahr eine Reporterin und eine Fotografin von annabelle mit eigenen Augen gesehen. (Lesen Sie die annabelle-Reportage unter: Geburtsklinik für Tansania.) Sie besuchten verschiedene öffentliche Spitäler in Dar es Salaam, die aus allen Nähten platzen, die keinen Strom haben oder kein fliessendes Wasser. Eine Geburtsstation wardermassen überfüllt, dass sich mehrere Mütter ein Bett teilten. Andere Frauen mussten kurz nach der Entbindung mit ihrem Baby auf dem schmutzigen Fussboden sitzen. Eine Mutter gebar ein totes Kind, weil der Operationssaal, in dem ihr Kaiserschnitt hätte stattfinden müssen, rund um die Uhr besetzt war.

Die Organisation CCBRT hat inzwischen 9 Millionen Euro für den Bau des Spitals zugesichert bekommen. Ihre Partner sind unter anderem die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, die holländische Botschaft und die Elma-Stiftung. Kurz vor Redaktionsschluss informierte uns Erwin Telemans, dass die Verträge der Geldgeber zur Unterschrift bereitliegen und der Spatenstich noch in diesem Jahr stattfinden soll. Erwin Telemans ist erleichtert, denn die Schwäche der weltweiten Finanzmärkte hat sich auch auf das Fundraising für die Geburtsklinik ausgewirkt. Grosse Partner für die Finanzierung an Bord zu holen, war viel schwieriger als erwartet. Das Engagement von annabelle und den Leserinnen habe dazu beigetragen, das Vertrauen in das Grossprojekt zu stärken.

Das Spital in Tansania wird in Etappen gebaut

In einem ersten Schritt werden vier Gebäude gebaut. Sobald weitere Spendengelder eintreffen, werden zwei weitere Gebäude dazukommen.
Bereits heute bildet CCBRT in bestehenden Spitälern von Dar es Salaam Hunderte von Hebammen aus und weiter. Die Frauen lernen Blutungen zu stoppen, Frühchen wiederzubeleben oder Kinder in Steisslage zu entbinden. Durchgeführt werden die Kurse von Gynäkologinnen, eine davon ist Brenda D’Mello. Sie sagt: «Wir beobachten in den Spitälern bereits erste Erfolge.» Die Anzahl der Entbindungen konnte in einigen Gesundheitszentren von ein bis zwei Geburten am Tag auf 10 bis 13 erhöht werden, weil kompetentes Personal vor Ort war.

Im Lauf des Jahres wird Brenda D’Mello auch Ausbildungswochen für Assistenzärzte anbieten. Sie wird sie lehren, Kaiserschnitte oder Bluttransfusionen durchzuführen. Einige der Ärzte und Hebammen, die von CCBRT ausgebildet werden, sollen später in der Baobab-Klinik Kinder zur Welt bringen helfen.

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