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Surfen statt Naschen

Leben

Surfen statt Naschen

  • Interview: Lilla LukacsFotos: Corbis/RDB/SpecterErstellt: 10. Feburar 2010

Das online-Diätprogramm von annabelle.ch lässt die Pfunde purzeln und macht erst noch Spass. Ernährungsberaterin Ruth Ellenberger sagt, wies geht.

Das online-Diätprogramm von annabelle.ch lässt die Pfunde purzeln und macht erst noch Spass. Ernährungsberaterin Ruth Ellenberger sagt, wies geht.

annabelle: Abnehmen per Mausklick: Das hört sich an wie ein neues Wundermittel.
Ruth Ellenberger: Das ist es natürlich nicht. Es gibt keine Wunderdiät, die mit einem Trick die Pfunde wegzaubert. Abnehmen bedeutet immer noch: weniger essen, mehr Bewegung. Aber Menschen haben Angst vor dem Verzicht. Hier setzt das Computerprogramm an: Jede Nutzerin entscheidet selbst, was ihre Bedürfnisse sind. Sie kann sich das Diätprogramm auf den Leib schneidern.

Wie funktioniert das?
Sie formulieren ein Ziel: Sie wollen zum Beispiel in drei Monaten sieben Kilo abnehmen. Mehr als ein Kilo pro Woche sollte man nicht anpeilen. Das Programm berechnet dann auf Grund Ihrer persönlichen Daten den täglichen Energiebedarf, mit dem Sie Ihr Ziel bestmöglich erreichen. Anschliessend fangen Sie damit an, ein Ernährungstagebuch zu führen, notieren Ihre Ess- und Bewegungsgewohnheiten. Treppensteigen, nach Hause spazieren, all das wird verbucht. Am Ende des Tages sehen Sie: Ich habe 250 Kalorien verbrannt, weil ich mich entschieden habe, zu Fuss zu gehen. Das motiviert!

Und dafür muss ich stundenlang vor dem Bildschirm sitzen?
Am Anfang braucht man ungefähr 30 Minuten pro Tag, nach einer Woche sind es noch 20, und langfristig kommt man mit 15 Minuten klar, ganz ohne Aufwand geht es halt nicht.
Wie soll mir ein Tagebuch beim Abnehmen helfen?
Es gibt Sicherheit. Übergewicht ist nie die Strafe für einen ausschweifenden Fondueabend, sondern das Resultat kleiner Alltagsfehler. Darunter verstehe ich etwa den Gang zum Kühlschrank, wenn einem langweilig ist oder man sich frustriert fühlt, das Naschen während des Kochens oder auch den obligaten Milchkaffee, der stolze 136 Kalorien enthält. Menschen mit Gewichtsproblemen haben den Überblick über ihre Essgewohnheiten oft verloren und wissen gar nicht, wo ihre Alltagsfehler versteckt sind. Protokolliert man jeden Bissen, werden einem diese Vergehen bewusst. Zudem gilt es, das Bewegungsverhalten unter die Lupe zu nehmen und zu analysieren, wie man es optimieren könnte. Je mehr man über die eigene Ernährung weiss, desto erfolgreicher wird die Diät.

Es geht also um viel mehr als um reines Kalorienzählen?
Genau. Es geht darum, die Lebensgewohnheiten auf eine alltagstaugliche Ernährungsweise und vermehrte Bewegung umzustellen. Weil sich über das Tool von annabelle.ch Nährwert und Kalorienzufuhr für jeden Bissen berechnen lassen, wird der Nutzerin schnell bewusst, worauf sie verzichten könnte und was für sie erhaltenswert wäre. So hören manche mit dem Zucker im Kaffee auf, andere verzichten auf das Gipfeli am Morgen.

Ersetzt der Computer die persönliche Ernährungsberaterin?
Das kommt ganz auf die Nutzerin an. Die eine braucht den persönlichen, motivierenden Kontakt, die andere nicht. Es gibt auch Menschen, die sich unter Druck fühlen, wenn ihnen jemand vis-à-vis sitzt. Mit dem Computerprogramm trägt jede die Verantwortung für ihr Essverhalten selbst und ist niemandem Rechenschaft schuldig, kann aber bei Bedarf den persönlichen Kontakt per Mail zu einer Beraterin suchen oder die Helpline anrufen.

Was aber, wenn man in alte Essgewohnheiten zurückfällt?
Damit muss man rechnen. Aber das Programm soll spielerisch angegangen werden, Versuch und Irrtum sind dabei inbegriffen. Bewährt sich etwas nicht, lässt sich dies ändern. Wichtig ist, dass man immer wieder etwas Neues ausprobiert. Denn Abnehmen ist etwas ganz Persönliches, ein Experiment in kleinen Schritten.

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