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Tiger Mom: Porsche Marcan S im Test

Leben

Tiger Mom: Porsche Marcan S im Test

  • Text: Andrea Bornhauser; Foto: Flavio Leone

Mit dem Macan hat es Porsche auf die Frauen abgesehen. Bei annabelle-Autorin Andrea Bornhauser weckte er durchaus Mutterinstinkte.

Eigentlich wollte ich keine Autos mehr testen. Als ich aber hörte, dass ein Porsche im Spiel ist, bekam ich feuchte Hände. Ein Porsche! Bin ich noch nie gefahren. Sofort ploppten bei mir Bilder von Gunter Sachs auf. Wie er in den Sixties seine Gespielinnen im 911er umherkutschierte. Ich sah Hank Moody aus der TV-Serie «Californication», wie er mit seinem verbeulten 911er durch Venice Beach kurvt. Doch: «Es ist ein Porsche Macan, der neue Kompakt-SUV.» Bye Gunter, bye Hank. Aber hey, ein Porsche, also: Let’s go!

Als ich dann vor dem Macan stehe, schaut er mich mit diesen Käfer-Augen an, die man schon von anderen Porsche-Modellen kennt. Überhaupt erinnert er mich mit seinen 20-Zoll-Rallye-Pneus an einen aufgepumpten VW Beetle. Ein Vergleich, der natürlich angesichts seiner 258 PS und des 3.0-Liter-V6-Turbodieselmotors total daneben ist. Aber der Look des Gefährts löst bei mir tatsächlich Mutterinstinkte aus. Auch seinen Hintern finde ich äusserst niedlich.

Als ich das erste Mal den Zündschlüssel drehe, ist dann fertig mit Jö. Der V6-Motor brummt, der Ledersitz – auf dem mich Mr. Macan nach dem Einsteigen ganz gentlemanlike ans Steuer schiebt – vibriert. Schnell wird klar: Dieser kompakte Sport-SUV ist kein Käfer, sondern ein gut erzogener Tiger. Das ist nämlich die Bedeutung des indonesischen Worts Macan.

Auf der Autobahn weichen die anderen Fahrzeuge denn auch ehrfürchtig zur Seite, als ich mit Mr. Macan das Feld von hinten aufrolle. Ein total neues Gefühl für eine wie mich, die es gewohnt ist, in einem alten Volvo V70 rumzugondeln. Wohl deshalb bringen mich auch Features wie etwa die automatische Heckklappen-Öffnung, das Sportsteuerrad mit Schaltpaddles für Telefon, Radio und Bordcomputer, die in der Stadt so gäbige Stop-and-Go-Vorrichtung, der Spurwechsel- und Spurhalteassistent, die automatischen Tempolimiten-Angaben (damit die 258 Pferde nicht mit mir durchgehen) oder der Parkier-Assistent mit der Rückfahrkamera bereits total aus dem Häuschen. Wobei ich mich beim Rückwärtsparkieren immer noch lieber auf meine Augen verlasse.

Sein wahres Können zeigt der Macan dann in den Bergen. Als ich mit dem Allrad wie auf Schienen sicher und smooth die kurvige Strasse ins Prättigauer Bergdorf hinaufbrause. Bei Schneefall. Spätestens hier wäre mit dem heckgetriebenen 911er Schluss gewesen. Dafür hätte der in den Kurven bestimmt tigermässiger geröhrt.

Modell: Porsche Macan S
Dieselmotor: 3.0-Liter-V6-Turbodiesel
Fahrleistung: 285 PS, von 0 auf 100 km/h in 6.3 s
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Masse: Länge 4.7 m, Breite 1.9 m, Höhe 1.6 m
Leergewicht: 1880 kg
Kofferraumvolumen: 500–1500 l
Benzinverbrauch: 6.3 l / 100 km
CO2-Emission: 164 g/km
Energieeffizienzklasse: D
Preis: ab 76 100 Franken
Infos: www.porsche.ch

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