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Das neue Heft ist da: Barbara Loop über Krieg

Das neue Heft ist da: Barbara Loop über Krieg

Ab heute liegt die neue Ausgabe der annabelle am Kiosk. Lest hier das Editorial von Chefredaktorin Barbara Loop.

  • Von: Barbara Loop
  • Cover: Nicolas Schnabel; Collage: annabelle

Um für die neue geopolitische Grosswetterlage gewappnet zu sein, wird aufgerüstet. Auch in der Schweiz: Neue Drohnenabwehrsysteme, Kampfjets und eine wachsende Zahl Wehrpflichtiger sollen es richten. In den Fokus des Bundes rücken auch die Frauen.

Der Bundesrat will ab 2030 junge Frauen zum Besuch des Orientierungstages für Armee und Zivilschutz verpflichten. Die Rekrutenschule bleibt für Frauen vorerst noch freiwillig.

Dass Kriege nicht allein mit militärischen Mitteln geführt werden, zeigt die Reportage von Andrea Jeska in dieser Ausgabe. Zusammen mit Fotografin Sitara Rajh hat sie Frauen in der Ukraine besucht, die weitab der Front im Stillen kämpfen. Für die Gemeinschaft, für so etwas wie einen Alltag, ums Überleben. Nicht mit Waffen, sondern mit Umarmungen und Fürsorge, mit einem offenen Ohr, beim Kochen auf improvisierten Feuerstellen und beim Pflegen der seelischen und körperlichen Wunden der Soldat:innen.

Zwischen den Schlagzeilen von militärischen Fortschritten und Rückschlägen, von dringend benötigten Kriegswaffen und Friedensverhandlungen geht dies gern vergessen: «Wir Frauen sind auch eine Frontlinie. Eine, die halten muss und halten wird», sagt Anna, die mit ihrer Familie nach Odessa gef lüchtet ist und dort in einem Hinterzimmer des IKRK Vertriebenen und Soldat:innen die Haare schneidet.

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"Gekürzt wird oft bei humanitären Projekten mit Fokus auf Frauen und Kinder"

Die Kämpfe dieser Frauen und die der Soldat:innen an der äusseren Front lassen sich nicht gegeneinander aufwiegen. Es gibt keinen Alltag aufrechtzuerhalten, wenn niemand dem russischen Aggressor im Kampf entgegentritt. Doch ohne diesen Überlebenskampf im Innern wären die Investitionen in den Etat der Armee ohne Fundament.

Jüngste Studien der OECD zeigen, dass nicht nur die USA Gelder für die Entwicklungshilfe zusammengestrichen haben, sondern auch andere Länder, darunter die Schweiz, bei Hilfsprojekten sparen. Nicht zuletzt um die Aufrüstung zu finanzieren. Gekürzt wird dabei oft bei humanitären Projekten mit Fokus auf Frauen und Kinder. Mindestens eine Million Frauen und Mädchen hätten 2025 den Zugang zu dringend benötigter Unterstützung verloren, sagt UN Women, die Frauenorganisation der Uno.

Gespart wird dort, wo getrauert, geheilt und verarbeitet werden muss. Dort, wo der Krieg weitergeht, selbst wenn die Waffen schweigen.

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