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«Die Fotografin» von William Boyd

Leben

«Die Fotografin» von William Boyd

  • Redaktion: Verena Lugert

William Boyd erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte der Fotografin Amory, die in den Dreissigern von England nach New York flüchten musste.

Berlin in den Dreissigern, Jazz, Absinth, Sex. Amory, 19, hält drauf, knipst sich die Seele aus dem Leib, versteckt oder auch offen, wenn sie die Nachtlebengestalten am Tag beim Sonnenbaden fotografiert. Zurück in England, stellt sie die Bilder aus – was zu einem Skandal führt, vor dem sie nach New York flieht. Amory ist klug, talentiert, schön. Und weiss, dass sie sich nur auf sich selbst verlassen kann, seit der Vater, der versucht hat, sie und sich selbst umzubringen, in einem Sanatorium verwahrt ist. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, geht sie als Kriegsfotografin nach Frankreich, wird später durch Heirat Gräfin – und will es noch einmal richtig wissen, als der Vietnamkrieg tobt. Amory kostet dieses gewaltige, verrückte, eruptive 20. Jahrhundert mit Leidenschaft aus. Ein wunderbarer Roman, der im Leben einer bemerkenswerten Frau eine ganze Epoche abbildet.

— William Boyd: Die Fotografin. Berlin-Verlag, Berlin 2016, 560 Seiten, ca. 36 Franken

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