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Solo-Reisen: Wie ich immer wieder neue Lebensrealitäten entdecke

Reisen

Solo-Reisen: Wie ich immer wieder neue Lebensrealitäten entdecke

Neues ausprobieren, heilen, Zeit für sich haben: Es gibt viele Gründe für eine Reise allein. In unserer Mini-Serie erzählen annabelle-Redaktorinnen davon. Heute: Redaktorin Helene Aecherli, die regelmässig ihre Koffer packt, um Menschen zu begegnen.

Etwa zweimal im Jahr packe ich meine Koffer. Meist ziemlich spontan, ohne grosse Vorbereitungen, folge ich dem Ruf: «Wann kommst du?» Dabei ori­entiere ich mich weniger an der Desti­nation als an den Menschen, die dort leben.

Menschen, die ich auf Recher­chereisen kennengelernt habe, etwa in Ägypten, im Oman, in Marokko oder in Tansania.

Meine «Anker­ Men­schen», wie ich sie nenne, mit denen ich oft schon lange in Kontakt bin, die ich besuche und die mich in ihren All­tag hineinbitten – auf den Markt, ins Shoppingcenter, auf Ämter, die Dat­telplantage, zum Picknick, in die Küche, zu Tee und Kuchen bei Ver­wandten, in die Abgründe ihrer Ehe­probleme, ja selbst zum Zähneziehen.

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«Eskapismen sind je­weils meist von kurzer Dauer»

Die Lust an dieser Form des Unter­wegsseins habe ich wohl von meinem Vater geerbt, ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass es jemals anders war.

Natürlich, das ist auch anstren­gend, nicht selten erwische ich mich dabei, dass ich mich danach sehne, ein paar Stunden auf einem Liegestuhl zu schweigen oder bei einem übersüssten Pfefferminztee stoisch auf die Dünen zu blicken. Manchmal tue ich das auch.

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Aber solche Eskapismen sind je­weils meist von kurzer Dauer, nach einer Stunde zieht es mich wieder wei­ter. Denn mit jedem Schritt, mit jedem Einblick in den Alltag der anderen, verdichtet sich, Schicht um Schicht, das Wissen um die Lebensrealitäten der Menschen vor Ort.

«Fast immer begegne ich dabei neuen Menschen, die meinen Radius vergrössern»

Das bereichert mich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich, denn es erlaubt mir, mein eigenes Leben und Tun in einem grösseren Kontext zu sehen.

Und fast immer begegne ich dabei neuen Menschen, die meinen Radius vergrössern, die auf meiner Landkarte einen weiteren Anker setzen – und für die letztlich auch ich ein Anker sein kann.

Helenes Tipp: Birgits Bed & Bistro, Meski, Errachidia, Marokko, DZ ab 34 Fr.

 

Hier könnt ihr alle Texte aus der Miniserie «Solo-Reisen» nachlesen.

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